Wetterrückblick JanuarSo kalt wie seit 2017 nicht mehr

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Oben ist es wärmer als unten: Eine Nebeldecke legt sich über das Voralpenland, während es in den Bergen ab einer gewissen Höhe sonnig ist.
Oben ist es wärmer als unten: Eine Nebeldecke legt sich über das Voralpenland, während es in den Bergen ab einer gewissen Höhe sonnig ist. Isabel Bernstein
  • Der Januar war in den Tälern des Alpenvorlands so kalt wie seit 2017 nicht mehr, während es auf dem Hohen Peißenberg 0,5 Grad wärmer als normal war.
  • Inversionswetterlagen sorgten dafür, dass sich in den Niederungen Kaltluftseen und Hochnebelfelder bildeten, während in den Bergen sonniges, milderes Wetter herrschte.
  • Der Januar fiel in allen Lagen des Alpenvorlands um ein Drittel trockener aus als normal, mit deutlich mehr Sonnenstunden in den Höhenlagen.
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Während der vergangene Monat auf dem Hohen Peißenberg wärmer als normal ausfiel, blieb es in den niedrigeren Lagen oft kalt. Der Grund sind Inversionswetterlagen, die in den Senken Kaltluftseen und Hochnebelfelder bewirken.

Von Armin Greune, Hohenpeißenberg

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Eine (Gefrier-)Punktladung: Genau 0,0 Grad beträgt die Durchschnittstemperatur, die das Meteorologische Observatorium Hohenpeißenberg für den vergangenen Monat gemessen hat. Damit liegt dort der Januar um 0,5 Grad über dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Doch die Werte der weltweit ältesten Bergwetterwarte sind für das Alpenvorland ausnahmsweise nicht repräsentativ: Im nur 15 Kilometer entfernten Wielenbach beträgt die Monatstemperatur nur minus 1,6 und ist so um 1,4 Grad niedriger, als die Statistik erwarten ließe. „Zumindest in den Tälern war der Januar so kalt, wie seit 2017 nicht mehr“, sagt Stefan Schwarzer, der im fast 1000 Meter hoch gelegenen Observatorium für den Deutschen Wetterdienst arbeitet.

Der Grund für dieses meteorologische Phänomen sind Inversionswetterlagen, die im Winter in den Voralpen öfter auftreten. Weil die Sonneneinstrahlung den Erdboden stärker als die Luft erwärmt, nimmt die Temperatur normalerweise mit zunehmender Meereshöhe ab, im Durchschnitt um 6,5 Grad pro Kilometer Höhe. Bei einer Inversion aber liegt eine wärmere Schicht über einer kälteren; dieser Fall tritt ein, wenn im Winter ein stabiles Hochdruckgebiet die übliche vertikale Luftzirkulation verhindert. Während auf den Höhen sonniges, milderes Wetter herrscht, sammeln sich in den Niederungen Kaltluftseen, über die sich oft eine Hochnebelschicht legt. Darunter reicht die Sonneneinstrahlung gerade im Winter nicht aus, um die bodennahen Luftschichten ausreichend zu erwärmen, sodass die Inversion auch tagsüber bestehen bleibt.

„In der Gesamtsumme war der Januar oben auf dem Hohen Peißenberg etwas zu warm und viel zu trocken“, stellt Schwarzer fest. Die Sonne schien dort 149 Stunden lang, 60 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. In den trüberen Tallagen ließ sie sich seltener blicken: So wurden in der Wetterstation Rothenfeld (Gemeinde Andechs) 127 und in Gut Hüll bei Gilching nur 117 Sonnenstunden verzeichnet. In allen Lagen des Alpenvorlands fiel der zurückliegende Monat um ein Drittel trockener aus als normal: Auf dem Peißenberg wurden 38 Liter pro Quadratmeter Schnee und Regen registriert, in Gut Hüll 31.

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