Vom Spätsommer bis zum winterlichen Dauerfrost dauerte es dieses Jahr im Alpenvorland nur neun Tage. Am 14. November wurden an der agrarmeteorologischen Station Rothenfeld (Gemeinde Andechs) noch plus 20,3 Grad gemessen– am 23. sank die Quecksilbersäule dort auf minus 13,3 Grad. „In den Tälern war es so kalt wie seit 30 Jahren nicht mehr“, meldet Stefan Schwarzer vom Deutschen Wetterdienst, der im Observatorium Hohenpeißenberg die Bilanz für das Herbstwetter 2025 gezogen hat.
In der Summe der drei Monate lag die Mitteltemperatur bei 8,4 Grad und somit um 0,4 Grad über dem Durchschnitt Jahre 1991 bis 2020. Der Niederschlag von 252 Litern pro Quadratmeter entspricht fast genau dem langjährigen Mittel. Mit einer Sonnenscheindauer von 406 Stunden fiel der Herbst diesmal um zehn Prozent heiterer aus als gewohnt.
Nach wechselhaftem Beginn im September wurden am 20. des Monats pünktlich zum Wiesnauftakt noch einmal 26,4 Grad erreicht: „Es zeigte wieder einmal, dass selbst auf 1000 Meter Höhe im Herbst noch Sommertage möglich sind“, sagt Schwarzer. In der Folge setzte sich nasskaltes Wetter durch, dennoch lag die Monatstemperatur um 0,9 Grad über dem langjährigen Mittel. Dafür fiel der Oktober um genau diese 0,9 Grad kühler und um ein Drittel trockener aus, als statistisch zu erwarten wäre.
Im November bestimmte zunächst ein Hochdruckgebiet mit warmer, trockener Luft aus Südwesten das Geschehen, um die Monatsmitte herum stieg das Thermometer auf dem Hohen Peißenberg noch auf bis zu 21 Grad. Vom 18. November an führten jedoch Tiefdruckgebiete über Skandinavien Polarluft ins Alpenvorland, am Observatorium sank die Temperatur auf minus zehn Grad. Dort hielt sich auch zwei Wochen lang eine bis zu 23 Zentimeter starke Schneedecke. Dennoch lag die Novembertemperatur von 4,7 Grad um 1,1 Grad über dem langjährigen Mittel.
In tieferen Lagen war es kälter, weil dort bereits in der ersten Monatshälfte Nachtfröste auftraten. So wurden in Andechs im November 18 Frosttage registriert, während das Thermometer an der weltweit ältesten Bergwetterwarte lediglich an zwölf Novembertagen unter Null sank. Die Messstation in Rothenfeld verzeichnete eine Monatsmitteltemperatur von plus 3,4 Grad. Die Sonne zeigte sich sowohl auf dem Hohen Peißenberg (142 Stunden) wie in Andechs (120 Stunden) außergewöhnlich oft: Das langjährige Mittel wurde jeweils um die Hälfte übertroffen.

