Um ein Haar hätte der vergangene Monat einen neuen Trockenheitsrekord in den Voralpen aufgestellt. Den Daten des meteorologischen Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg zufolge waren vom 1. bis 30. März lediglich 1,8 Liter pro Quadratmeter (rechnerisch Millimeter) Niederschlag gefallen - doch am letzten Tag versechsfachte sich die Monatssumme noch. Somit rangiert der März 2022 in der Statistik der ältesten Bergwetterwarte der Welt mit 12,8 Millimetern Niederschlag nur auf Rang zwei: Seit 170 Jahren war nur der März 1972 mit 10,4 Millimetern noch trockener. Der Vormonat brachte auf dem 1000 Meter hoch gelegenen Hohen Peißenberg nur ein Fünftel des Regens oder Schnees, der statistisch zu erwarten gewesen wäre. In der agrarmeteorologischen Station Rothenfeld (690 Meter über dem Meer) wurden im März sogar nur vier Millimeter Niederschlag gemessen.
Einen absoluten Rekord stellte der Monat auf dem Hohen Peißenberg in Hinblick auf die Sonnenscheindauer auf. Mit insgesamt 258 Stunden war es der bisher sonnigste März seit Beginn dieser Messreihe 1937. An 19 Märztagen schien die Sonne länger als 10 Stunden, nur an vier Tagen ließ sie sich gar nicht blicken - wofür am 15. und 17. der Saharastaub verantwortlich war: Die Partikel wirkten als Kondensationskeime und trugen zusätzlich zu einer großflächigen Wolkenbildung bei, erläutert Wetterbeobachter Siegmar Lorenz.
Mit einer Monatsmitteltemperatur von 4,8 Grad fiel der März 2022 um 3,2 Grad wärmer aus, als im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 und belegt so die zunehmende Klimaerwärmung. Mit Minus 7,9 Grad war es am 8. März allerdings kälter als im gesamten vorangehenden Winter. Dies zeige die Tendenz zu immer öfteren Kälterückfällen im Frühjahr und zunehmend milderen Wintern, sagt Lorenz.