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Hochwasser am Starnberger See:Der Pegel steigt

Der Starnberger See nähert sich seinem Rekordpegelstand - und der Deutsche Wetterdienst sagt weiter starke Regenfälle vorus. Tief Xenia zieht nur langsam ostwärts.

Der Pegelstand des Starnberger Sees nähert sich mittlerweile dem höchsten jemals gemessenen Wert. Schon am Donnerstag lag der Seespiegel laut Hochwassernachrichtendienst (HND) nur noch zehn Zentimeter unter dem Rekordstand von 1965. Und es ist weiterer Regen angesagt: Der Deutsche Wetterdienst hat für den Landkreis Starnberg eine Unwetterwarnung herausgegeben und erwartet 30 mm Niederschlag pro Quadratmeter bis Freitagabend.

Starnberg

Am Wasser gebaut: Der hohe Pegelstand des Starnberger Sees setzt vielen Häusern in Ufernähe zu.

(Foto: Stefan Diebl)

Vor 45 Jahren wurde mit 585,12 Metern über dem Meeresspiegel der bisherige Höchststand des Starnberger Sees gemessen. Im Mittel liegt der Seespiegel etwa 584,22 Meter über dem Meeresspiegel. Am vergangenen Wochenende hatte der Starnberger See bereits den Höchststand von 1999 überschritten.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet teilweise sogar heftige Unwetter. Das Tief Xenia ziehe nur langsam ostwärts - am westlichen Alpenrand rechnen die Experten mit Niederschlagsmengen zwischen 50 und 80 Liter pro Quadratmeter.

Die Stadt Starnberg bereitet sich auf den Rekordpegel vor. Ein Sprecher sagte, dass mittlerweile 10.000 Sandsäcke gegen das Hochwasser ausgelegt wurden, die meisten in der überfluteten Wassersportsiedlung. Insgesamt wurden 282 Tonnen Sand verbraucht. Mehr noch als der Regen macht der Stadt der Wind Sorgen. Nordwind sei kein Problem, sagte der Sprecher. Bei Südwind allerdings sehe es schlecht aus, weil das Wasser dann in die am nördlichen Ende des Sees liegende Stadt gedrückt werden könnte.

Wegen des Hochwassers können die Ausflugsschiffe auf dem See bereits seit dem vergangenen Wochenende nur noch in Starnberg und Tutzing anlegen. Der Fährverkehr zur Roseninsel musste nach Angaben der Bayerischen Schlösserverwaltung ganz eingestellt werden, weil die Anlegestege in den Fluten verschwunden sind und Uferwege überschwemmt wurden.

Da das Wasser aus dem Starnberger See über die Würm abfließt, wurde am Oberlauf des Flusses am Donnerstag die zweithöchste Meldestufe gemessen. Der hohe Pegelstand wirkt sich nach Angaben der Münchner Stadtverwaltung auch auf den Grundwasserspiegel in einzelnen Bereichen der Landeshauptstadt aus. Im Münchner Westen sei der Grundwasserpegel durch die Niederschläge der vergangenen Woche sprunghaft angestiegen. Er nähere sich den langjährigen Höchstständen. Das Referat für Gesundheit und Umwelt rät Bürgern deshalb, ihre Kellerräume zu kontrollieren.

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