Herrschinger Konzerte:Bewährtes und Besonderes

Herrschinger Konzerte: Fröhliches Wohlfühlkonzert: Das Münchner Holzbläserquintett ist zum Auftakt der neuen Saison im Haus der bayerischen Landwirtschaft zu hören.

Fröhliches Wohlfühlkonzert: Das Münchner Holzbläserquintett ist zum Auftakt der neuen Saison im Haus der bayerischen Landwirtschaft zu hören.

(Foto: Privat)

Martina Cabell hat die Veranstaltungsreihe für den Kulturverein übernommen

Von Armin Greune, Herrsching

Die Messlatte liegt hoch: Brigitte Altenberger hat für die Volkshochschule 23 Jahre lang die Herrschinger Konzerte nicht nur organisiert, sondern komplett betreut: von der Programmgestaltung bis zur Bewirtung der Musiker im eigenen Haus und dem Kartenverkauf an der Abendkasse. Gerade ihr Einsatz bei der Kontaktpflege mit Künstlern und Abonnenten sei im Ehrenamt eigentlich nicht zu leisten, sagt ihre Nachfolgerin Martina Cabell. Sie hat für den Herrschinger Kulturverein die Organisation der Veranstaltungsreihe übernommen, die von der VHS eingestellt wurde - überraschend, auch und gerade für Altenberger.

Im Juni nahm die Hechendorferin beim Gastspiel des Amadis-Quartetts ihren Abschied, zum 1. August übernahm der Kulturverein. Trotz der knappen Zeit ist es Cabell gelungen, ein komplettes Konzertprogramm für neun Monate zusammenzustellen. Den Auftakt macht am nächsten Sonntag der Auftritt des Münchner Holzbläserquintetts; von 19 Uhr an werden im Haus der Landwirtschaft Werke von Johann Strauss, Farkas, Dvořák, Mozart, Piazzolla und Bizet zu hören sein: "Ein Wohlfühlkonzert, fröhlich und ermunternd", umreißt Cabell den Tenor.

Diese Veranstaltung habe noch weitgehend ihre Vorgängerin organisiert, bei den übrigen fünf konnte sie auf Altenbergers Unterstützung und Kontakte zurückgreifen, sagt Cabell, Musikwissenschaftlerin und Pädagogin. So findet auch in der neuen Saison am 5. Februar ein Konzert für Kinder mit Heinrich Klugs Münchner Philharmonikern statt. Auch Altenberges Sohn Korbinian wird wieder in Herrsching erwartet, wenn er am 23. Januar in einem Quartett mit Solisten des Rundfunk-Symphonieorchesters Beethoven und Samuel Barber interpretiert.

"Ich wollte nicht groß was Neues machen", sagt Cabell, die an der Musikschule Herrsching Violine und Hackbrett unterrichtet. Zudem singt sie seit Jahrzehnten im Andechser Chor und als Solistin. Bei der Auswahl der Musik habe sie sich vielleicht "nicht ganz so streng" wie Altenberger an der reinen Klassik, sondern auch ein wenig abseits des Mainstreams orientiert. So tritt am 3. April das Münchner Gitarrentrio auf: Alexander Leidolph, Thomas Etschmann und Mikhail Antropov stellen virtuose Stücke zwischen Tradition und Moderne vor. Und am 21. November spielt das Duo Gioco di Salterio "Suoni Amorosi": Birgit Stolzenburg und Hans Brüderl widmen sich mit Hackbrett, Laute und fünf weiteren Instrumenten der Musik vom Spätmittelalter bis zur frühen Neuzeit. "Ich hoffe sehr, dass die Abonnenten auch mal auf etwas anderes Appetit haben", sagt Cabell. Zum Finale am 22. Mai setzt sie allerdings mit dem Pianisten Julian Riem und dem Klarinettisten Andreas Schablas wieder auf Bewährtes.

Die Abonnentenzahl sei konstant geblieben, sagt Heinz Hellerer. Der Vorsitzende des Kulturvereins ist von der neuen Aufgabe angesichts des Mehraufwands an ehrenamtlicher Arbeit wenig begeistert: "Wir haben das Nötigste getan, um dieses Format zu halten." Die inhaltliche Kompetenz habe man Cabell übergeben, die dem Verein nicht angehört. Im nächsten Jahr müsse man klären, ob der Verein die Aufgabe weiter stemmen kann, meint Hellerer - zumal dann auch Verhandlungen über die Saalmiete anstünden. Vieles in der Kalkulation hängt aber auch von der Pandemieentwicklung ab: Je nach Hygieneregeln finden 150 bis 300 Zuhörer im Herrschinger Saal Platz.

© SZ vom 21.09.2021
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