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Herrsching:Wasserdegustation

Herrsching: RH neue Trinkwasserquelle

Herrschings Bürgermeister Christian Schiller (li.) und AWA-Vorstand Maximilian Bleimaier eröffnen im Beisein der AWA-Mitarbeiter Moritz Guggemos und Luca Ferraro (hinten) eine Trinkwasserquelle am Rathaus.

(Foto: Nila Thiel)

Brunnen am Rathausplatz aufgestellt

Von Astrid Becker, Herrsching

Bürgermeister Christian Schiller nimmt erst einmal einen großen Schluck. Er beugt sich dafür vor, und trinkt das Wasser direkt aus dem neuen Brunnen, der seit Kurzem den Rathausplatz ziert - und wenn er dann über die perfekte Temperatur des frischen Wassers mit sieben, acht Grad Celsius philosophiert, dann klingt das fast so, als würde der bekennende Weinliebhaber einen Grand Cru aus dem Bordeaux verkosten und bewerten. Der neue Trinkwasserbrunnen ist der erste seiner Art in der Gemeinde Herrsching und ein Pilotprojekt der Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA). Denn der Wasserversorger, der neben Herrsching auch noch für Starnberg, Andechs, Inning, Seefeld, Pöcking, Weßling und Wörthsee zuständig ist, würde auch gern noch in den anderen Orten solche Trinkwasserbrunnen aufstellen.

Denn bei der Bevölkerung wie auch bei den Ausflüglern kommt die Möglichkeit, sich jederzeit mit frischen Wasser aus dem Brunnen zu versorgen, offenbar recht gut an: "Am Wochenende war der Brunnen bereits gut frequentiert", erzählt Schiller. Ein wenig Geduld brauchte es auch, um diese Versorgung herzustellen. Ursprünglich sollte der Brunnen bereits im vergangenen Jahr errichtet und eingeweiht worden. Doch wegen der Pandemie wurde zunächst daraus nichts. Fast ein Jahr lang lagerte er daher bei dem Kommunalunternehmen AWA in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus. Nun aber wollte man keine Zeit mehr verlieren, zumal das Thema frisches Trinkwasser auch für den Gemeinderat wichtig ist, die SPD-Fraktion hatte sogar einen entsprechenden Antrag für einen solchen Brunnen gestellt. Unterstützt wurde dieses Projekt "Wasserwende vor Ort" aber auch vom Verein "atip.tap" der sich seit vielen Jahren für den Umstieg auf Leitungswasser einsetzt, um so Plastikmüll zu vermeiden.

Für den ersten AWA-Trinkwasserbrunnen in Herrsching hat das Kommunalunternehmen etwa 8000 Euro ausgegeben: für Tiefbauarbeiten, mikrobiologische Untersuchungen und die Installation. Wartung und Wasserkosten übernimmt die Gemeinde. Ein zweiter Brunnen an der Seepromenade ist bereits im Gespräch. Weitere Abfüllstationen gibt es darüber hinaus in Herrsching noch beim Café Konturwerk und bei der Indienhilfe. Einen kleinen Wermutstropfen müssen die Herrschinger im Moment aber schlucken: Ihre neue Wasserquelle ist in diesen Tagen bereits versiegt. Wegen der nächtlichen Minusgrade und des eher winterlichen Wetters wurde der Brunnen vorerst stillgelegt. Das könnte sich aber bereits am Wochenende und den angekündigten wärmeren Temperaturen schon wieder ändern.

© SZ vom 14.04.2021
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