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Herrsching:Tagespflege am Ammersee

Das BRK plant den Bau eines Dienstleistungszentrums

Von Astrid Becker, Herrsching

Auf dem Gelände der jetzigen Impfaußenstelle in Herrsching soll ein riesiges Dienstleistungs- und Begegnungszentrum des Bayerischen Roten Kreuzes Starnberg entstehen. Der Kreisverband will in den Neubau 1,2 bis 1,5 Millionen Euro investieren - wobei er davon nur etwa 20 Prozent selbst aufbringen muss. Der Rest soll über Fördermittel vom Landkreis und vom Freistaat finanziert werden. Integriert werden in das Zentrum sollen auch 18 bis 20 Tagespflegeplätze. Gefördert werden können diese aber nur, wenn das Projekt möglichst schnell realisiert wird, denn der Bedarf an Tagespflege im Landkreis ist mittlerweile nahezu gedeckt.

Bedingt durch die Altersstruktur im Landkreis mit derzeit etwa 11 000 über 80-Jährigen und 16 000 Bürgern zwischen 70 und 80 Jahren ist der Bedarf an Pflegeplätzen schon vielen Jahren als besonders hoch eingestuft worden. Mittlerweile jedoch hat der Kreis in diesem Punkt mächtig aufgeholt: In der jüngsten Erhebung des Freistaates zu diesem Punkt wird für Starnberg ein Bedarf von 173,6 Plätzen bis 2025 ausgewiesen. Bis zu dieser Zahl werden neu hinzukommende Plätze gefördert. Derzeit verfügt der Landkreis bereits über 103. Noch in diesem Jahr wird die Zahl weiter steigen: Derzeit entstehen in Gauting 18 neue Tagespflegeplätze, in Seefeld 17, in

Andechs sind weitere 15 geplant.

Mit den 18 bis 20 Tagespflegeplätzen, die das Bayerische Rote Kreuz nun in Herrsching in seinem geplanten Zentrum schaffen will, wäre nun der Bedarf gedeckt und das Ende der Förderfähigkeit erreicht. Mit 16 360 Euro beteiligt sich allein der Landkreises an der Schaffung jedes einzelnen Platzes, noch einmal bis zu 25 000 Euro pro Platz legt der Freistaat oben drauf. Dies erläuterte der Leiter des Bereichs Sozialwesen im Landratsamt, Friedrich Büttner, in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Herrsching: In einem bislang zurückgestellten Antrag des Senioren- und Behindertenbeirats der Gemeinde sowie einen aktuellen, interfraktionellen Antrag ging es um die Schaffung von Tagespflegeplätzen in Herrsching. Zuvor bereits erwogen war in der Ammersee-Gemeinde, einen Teil des geplanten bezahlbaren Wohnraums, der im Mitterweg entstehen soll, für Tagespflegeplätze auszuklammern. In der Sitzung wurde nun schnell klar: Das wird gar nicht nötig sein.

Auf der Suche nach einem Grundstück für die Impfaußenstelle waren BRK, Landratsamt und Gemeinde im Gewerbegebiet fündig geworden, mit dem Eigentümer war man sich offenbar schnell einig. Laut Kreisgeschäftsführer Jan Lang bestehe nun sogar auf beiden Seiten der Wunsch, den bisherigen Mietvertrag für das Areal in Erbpacht umzuwandeln. Dem BRK, das in Herrsching auch aufgrund veränderter Strukturvorgaben - so musste etwa die Rettungswache in Seefeld nach Herrsching umziehen - unter Platzmangel leidet, käme das gelegen: Denn für das knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück besteht bereits ein Bebauungsplan. Lang denkt nun darüber nach, dort einen L- oder U-förmigen Bau mit Erdgeschoss und einem Stockwerk zu errichten, in dem sowohl Tagespflegegäste als auch ehrenamtliche wie hauptamtliche Mitarbeiter untergebracht werden - etwa die Rettungswache und die Bereitschaft. Geplant sind zudem Gruppenräume, die auch anderweitig zur Verfügung stehen sollen. Lang denkt dabei etwa an die Volkshochschule, Erste-Hilfe-Kurse für Kinder oder Selbsthilfegruppen. Das Vorhaben muss er nun aber noch mit dem Präsidium abstimmen. Bis zur Realisierung wird daher noch einige Zeit vergehen. Als erstes soll aber die Rettungswache in einen provisorischen Bau dorthin umziehen. Lang: "Der Vertrag für die Impfaußenstelle läuft ja nur bis Ende September."

© SZ vom 29.04.2021
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