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Herrsching:So soll das neue Gymnasium aussehen

Herrsching Modell Gymnasium

Die Entscheidung ist gefallen: Realisiert werden soll die Variante mit einer vorgelagerten Turnhalle.

(Foto: Georgine Treybal; .)

Ausschüsse des Starnberger Kreistags entscheiden sich für eine Planungsvariante mit vorgelagerter Turnhalle und senken damit die Kosten auf unter 70 Millionen Euro.

Die Präferenzen für einen der drei Entwürfe für das neue Gymnasium in Herrsching sind eindeutig. Fast einmütig haben sich Bau- und Kreisausschuss des Starnberger Kreistags am Donnerstag für die Variante ausgesprochen, die bei den Architekten unter der Bezeichnung "Pavillon" läuft. Wichtigstes Merkmal: Die Turnhalle ist dabei vor den beiden Hauptgebäuden mit den Unterrichtsräumen und damit direkt an der Staatsstraße angeordnet. Gegenstimmen kamen von FW-Kreisrat Bernhard Sontheim aus Feldafing und Kreisräten aus Herrsching, die den Standort auf dem Mühlfeld im Süden des Ortes ablehnen. Was alle gefreut haben dürfte: Durch Umplanungen können die Kosten deutlich verringert werden und liegen nun deutlich unter 70 Millionen Euro.

Der breite Konsens hatte sich schon in den vergangenen Wochen herausgebildet, nachdem das Architektenbüro von Felix Schürmann und Ellen Dettinger im Mai dem Kreistag zunächst drei Varianten vorgestellt hatte. Zuletzt hatte es Anfang Juli zur Meinungsbildung auf Einladung von Landrat Karl Roth (CSU) eine fraktionsübergreifende Informationsveranstaltung für Kreisräte und die Herrschinger Gemeinderäte sowie Mitglieder des Fördervereins gegeben. Architekten, Fachplaner und Mitglieder der Landkreisverwaltung haben dabei den aktuellen Stand der Planung, die Entscheidungskriterien und die Kostenentwicklung erläutert.

Auch Bürgermeister Christian Schiller gab nun zu verstehen, dass der Pavillon sein Favorit sei. So dürfte die Zustimmung in der nächsten Kreistagssitzung am kommenden Montag nur noch eine Formsache sein.

Meinungsverschiedenheiten hatte es zuletzt noch um Details gegeben, die durch das klare Mehrheitsvotum in den Ausschüssen aber geklärt sein dürften. Demnach soll in dem Schulkomplex auch eine Hausmeisterwohnung integriert werden. In einer Tiefgarage sind 80 Stellplätze für Autos vorgesehen, außerdem zehn Plätze für Motorräder und 230 für Fahrräder. Nach dem Vorentwurf, der nun weiter entwickelt wird, werden die Unterrichtsräume für 800 Schüler in einem zweiteiligen Gebäudekomplex untergebracht. Das Erdgeschoss mit Mensa, Küche, Verwaltung und Aufenthaltsflächen soll in klassischer Betonbauweise errichtet werden. Die beiden Etagen darüber in den sogenannten Lernhäusern sollen aus Holzelementen gebaut werden; ob aus Fichte und Tanne oder Buche, ist noch unklar. Den Schulbau werde er als Forschungsprojekt bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) beantragen, kündigte der Architekt Tobias Pretscher in der Ausschusssitzung an.

Das Herrschinger Gymnasium wird zunächst dreizügig, hat also in jeder Jahrgangsstufe drei Klassen; eine spätere Erweiterung ist schon geplant, wird aber noch nicht umgesetzt. Den Vorschlag der FDP, bereits jetzt vierzügig zu bauen, haben Bau- und Kreisausschuss mit großer Mehrheit abgelehnt. Nach dem aktuellen Terminplan von Landratsamt und Architekten könnte die Schule im Herbst 2023 in Betrieb gehen.

Die Kosten für die dreizügige Schule waren noch im Mai mit knapp 75 Millionen Euro veranschlagt, liegen nun aber deutlich darunter. Wie der Kreiskämmerer Stefan Pilgram erläuterte, ist das dadurch gelungen, dass einige Posten in den zweiten Bauabschnitt verschoben wurden und durch "Optimierung" beim Raumprogramm. Nach der aktuellen Schätzung der Kreiskämmerei liegen die Kosten jetzt bei 68,5 Millionen Euro, inklusive Verkehrserschließung. Der Landkreis darf aber mit einer staatlichen Förderung rechnen, und die Gemeinde Herrsching muss zehn Prozent übernehmen, sodass dem Kreis im günstigsten Fall noch knapp 51 Millionen Euro verbleiben. Trotzdem warnte Kreisrat Sontheim, der grundsätzlich gegen den Neubau ist, angesichts der Ausgaben vor finanziellen Belastungen über Jahre hinweg, die über die Kreisumlage auch die Gemeinden treffen.

Währenddessen wollen Gegner dieser Pläne auf juristischem Weg ein Bürgerbegehren zu einem Alternativstandort an der Seefelder Straße durchsetzen. Der Gemeinderat hatte dieses als unzulässig erklärt, vor allem, weil es nicht an den Bauherren gerichtet war. Gegen diese Entscheidung haben die Initiatoren Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Wie sie diese aber begründen wollen, ist noch unklar.