Landkreis StarnbergHerrschinger Klinik nach Coronavirus-Ausbruch geschlossen

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Ein infizierter Patient wird  auf einer Station entdeckt, die bislang nicht von dem Ausbruch betroffen war. Das Landratsamt greift durch.

Von Carolin Fries, Herrsching

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Das Landratsamt hat die Herrschinger Schindlbeck-Klinik am Freitag wegen des Corona-Ausbruchs in dem Krankenhaus vorübergehend geschlossen. Das Infektionsgeschehen ließe sich nicht mehr eingrenzen, sagte Sprecherin Barbara Beck, "es kommen immer neue Fälle dazu". Am Freitag wurde bekannt, dass ein weiterer Patient in der Klinik positiv auf das Coronavirus getestet wurde und zwar auf einer Station, auf der es bislang keine Fälle gab. Die Zahl der infizierten Mitarbeiter stieg von 18 auf 24.

Die Schließung sei eine Anordnung des Gesundheitsamtes, so Beck. Sie gilt bis Sonntag, 20. Dezember. Bis dahin würden keine Patienten aufgenommen und Besuche seien auch als Ausnahme des ohnehin schon geltenden Besuchsverbots nicht möglich. Patienten würden nicht mehr in andere Kliniken verlegt, außer es liege ein medizinischer Notfall vor. Patienten, die entlassfähig seien, würden entlassen. Voraussetzung hierfür ist, dass diese keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung zeigen und ein negativer Coronatest vorliegt.

Von dem Ausbruchsgeschehen mit Beginn in der vergangenen Woche waren zunächst zwei Stationen betroffen. Wie Thomas Weiler, Geschäftsführer der landkreiseigenen Klinikgesellschaft, erklärt, seien insgesamt fünf vermutlich infizierte Patienten unerkannt wegen anderer Krankheiten aufgenommen worden, teilweise schwer krank. Drei von diesen sind in der vergangenen Woche gestorben, zwei sind nach wie vor in Behandlung - seit der positiven Nachtestung allerdings auf der Isolierstation.

Die Zahl der infizierten Mitarbeiter steigt sprunghaft

Am Donnerstag wurde bei Reihentests eine weitere infizierte Patientin auf einer der ursprünglich betroffenen Stationen entdeckt, am Freitag ein Patient auf einer dritten Station. Ob sich diese Patienten in der Klinik angesteckt haben, lässt sich laut Weiler nicht sagen. Gleiches gelte für die infizierten Mitarbeiter, deren Zahl sprunghaft von sechs am Dienstag auf inzwischen 24 gestiegen ist. Eine Mitarbeiterin wurde stationär aufgenommen, sie befindet sich laut Klinikleitung auf dem Weg der Besserung.

Von den infizierten Patienten seien nicht alle auch krank, ihr Zustand sei stabil. Die acht infizierten Patienten wurden auf einer isolierten Station untergebracht. Weiler korrigierte damit frühere Angaben des Landratsamts, nach denen ursprünglich zehn Patienten betroffen waren.

Unabhängig von dem Ausbruchsgeschehen auf den Normalstationen werden in der Herrschinger Klinik acht Covid-19- Patienten behandelt, einer davon wird auf der Intensivstation beatmet. In allen fünf Kliniken im Landkreis waren am Freitagnachmittag elf Patienten mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion sowie 45 bestätigte Covid-19-Patienten stationär in Behandlung. Neun infizierte Patienten wurden intensivmedizinisch versorgt. Nach Angaben eines Kliniksprechers waren noch acht Betten auf den Intensivstationen frei.

© SZ vom 12.12.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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