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Corona-Ausbruch:Wieder neue Infektionen in Herrschinger Klinik

In der Herrschinger Schindlbeck-Klinik gilt ein Besuchsverbot.

(Foto: Arlet Ulfers)

Bis zu zwölf Patienten und 18 Mitarbeiter sind betroffen. Eine Frau wurde bislang auf einer normalen Station behandelt - und jetzt positiv getestet.

Von David Costanzo

Beim Ausbruch des Coronavirus in der Herrschinger Schindlbeck-Klinik sind neue Infektionen hinzugekommen. Fünf weitere Mitarbeiter und womöglich eine weitere Patientin haben sich angesteckt. Der Ausbruch weitet sich damit nach Angaben des Krankenhauses vom Donnerstagabend auf bis zu 30 Infektionen aus.

Behandelt würden nun zwölf Patienten, darunter eine Mitarbeiterin, die vorsorglich stationär aufgenommen worden sei, sowie ein Mann, der auf der Intensivstation beatmet werde, heißt es in der Klinik. Die neu hinzugekommene Infizierte wurde bei Reihentests unter allen Patienten entdeckt. Sie lag laut Klinik bislang wegen einer anderen Erkrankung ohne Symptome unerkannt auf einer normalen Station und wurde nun auf die Isolierstation verlegt. Ob sie sich in der Klinik angesteckt habe oder bereits vor ihrer Aufnahme infiziert gewesen sei, lasse sich nicht sagen, heißt es in der Klinik.

Die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter steigt von 13 auf 18. Sie befinden sich laut Klinik in Quarantäne. Die Zahl hat sich seit Dienstag verdreifacht. Schwere Verläufe seien nicht zu beobachten. Ebenfalls isolieren müssen sich fünf weitere Mitarbeiter, die negativ getestet wurden, aber als enge Kontaktpersonen gelten.

Den Ausbruch hatte das Landratsamt am Dienstag bekanntgemacht. Drei zuvor "schwerstkranke" Menschen, so die Behörde, seien bereits Ende vergangener Woche "mit, aber nicht an" ihrer Infektion gestorben. Zwei von ihnen sollen das Virus in die Klinik eingeschleppt haben. Derzeit gilt ein Aufnahmestopp, nur Notfälle werden im Rahmen der Möglichkeiten behandelt. Schutzmaßnahmen wurden verschärft.

Wieder 50 neue Infektionen im Landkreis

Im Landkreis breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Das Landratsamt registrierte am Donnerstag erneut einen der höchsten Werte an einem Tag - 50 Infektionen wie am Vortag. Vor einer Woche waren es noch 32, in der Woche davor 24. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 122,2 Fälle pro 100 000 Einwohner und dürfte weiter klettern. Noch in einiger Entfernung bleibt jedoch der neue Risikowert von 200, bei dem eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wird und alle Schüler von der achten Klasse an in Distanzunterricht gehen.

Von den neuen Fällen stammen 14 aus Gilching, zehn aus Starnberg und Seefeld, vier aus Gauting und Herrsching, drei aus Tutzing sowie einzelne aus Berg, Inning, Krailling, Weßling und Wörthsee. Die Zahl der Ansteckungen seit Beginn der Pandemie steigt auf 2132. Als genesen gelten 1855 Menschen. In Quarantäne befinden sich 1010 Personen. Auch zwei Schulen sind nach Infektionen betroffen: Am Gymnasium in Starnberg müssen sich Schüler einer siebten Klasse isolieren und Schüler aus Parallelklassen, die mit ihnen gemeinsam Unterricht hatten. Das gilt auch für die Schüler einer achten Klasse an der Realschule in Tutzing sowie für deren Unterrichtskameraden.

© SZ vom 11.12.2020
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