Bluttat in Herrsching Rentner wird an seiner Haustür erstochen

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Am Tag nach der Bluttat in Herrsching: Die Polizei sucht nach weiteren Spuren auf dem Anwesen des Opfers, das früher Chefdesigner von Rolls-Royce gewesen ist.
Am Tag nach der Bluttat in Herrsching: Die Polizei sucht nach weiteren Spuren auf dem Anwesen des Opfers, das früher Chefdesigner von Rolls-Royce gewesen ist. Christian Deussing

Nur sechs Tage nach dem Mord wird der mutmaßliche Täter von Zielfahndern aufgespürt und bei Paris verhaftet.

Von Christian Deussing, Herrsching

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Dieses Verbrechen am Abend des 12. Juli in Herrsching hat die Region erschüttert – und der Mord gibt weiterhin Rätsel auf, denn ein klares Motiv ist nicht erkennbar. Und nach Erkenntnissen der Ermittler gibt es auch keinen Hinweis darauf, dass sich der Täter und das 74 Jahre alte Opfer, ein ehemaliger Chefdesigner von Rolls-Royce, gekannt haben. Auch ein Auftragsmord gilt als unwahrscheinlich.

Gegen 21.15 Uhr wird der Rentner, der in dem Ortsteil Mühlfeld am Waldrand wohnt, von einem unbekannten Mann angegriffen und erstochen. Die Ehefrau des Opfers flüchtet zum Nachbarn. Kurz vor der Bluttat filmt eine Überwachungskamera am Haus den Mann, der einen roten Rucksack und gelb-grüne Handschuhe trägt. Ein Passant findet am nächsten Tag den Rucksack mit Steinen beschwert am Ufer der Herrschinger Seepromenade.

Dieser Fund führt die Fahnder zu einem örtlichen Supermarkt. Die Bilder einer Überwachungskamera mit einer verdächtigen Person werden veröffentlicht, woraufhin sich ein Zeuge bei der Kriminalpolizei meldet und angibt, die gesuchte Person zu erkennen. Demnach handelt sich um einen 22 Jahre alten Serben, der sich zuletzt einige Wochen in München aufgehalten hat. Es wird ermittelt, dass der Mann am Tattag mit der S-Bahn nach Herrsching gefahren und auch mit der Bahn über München, Innsbruck und Zürich nach Frankreich geflüchtet ist. Bei Paris verhaften ihn Zielfahnder sechs Tage später.

Anfang August wird der 22-Jährige ausgeliefert und nach München gebracht. Dort sitzt er seitdem in Untersuchungshaft – und schweigt. Die Ergebnisse eines DNA-Abgleichs mit den Spuren am Tatort und dem weggeworfenen Rucksack stimmen überein. Auch im Waldstück am Haus des Opfers in der Straße „Zur Kohlstatt“, entdecken die Ermittler der Kripo Fürstenfeldbruck Gegenstände, die sie dem Täter zuordnen können.

Eine Überwachungskamera am Haus des Opfers filmte den Täter, der einen roten Rucksack trug.
Eine Überwachungskamera am Haus des Opfers filmte den Täter, der einen roten Rucksack trug. Polizeipräsidium Oberbayern-Nord

Doch bis heute ist unklar, warum der Rentner sterben musste. Es wird vermutet, dass der Mann in das Haus einbrechen wollte. Denn die Kabel von anderen Überwachungskameras waren zuvor durchtrennt worden. Womöglich wurde der Täter vom Eigentümer überrascht, weil zumindest eine Kamera am Haus noch funktioniert hat. Dem Vernehmen nach soll das Opfer kurz vor der tödlichen Messerattacke mit einem Handy telefoniert haben, was den Eindringling in Panik versetzt haben könnte.

Noch sind die Ermittlungen zu dem mysteriösen Fall nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft München II hofft, in etwa drei Monaten die Anklage wegen Mordes gegen den jungen Mann erheben zu können.

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