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Herrsching:Kunstwerke demoliert

Unbekannte beschädigen Skulpturen im Kurpark Herrsching

Mit viel Mühe und Hingabe haben Künstler in monatelanger Arbeit ihre Skulpturen gestaltet, mutwillig wurden sie in kurzer Zeit demoliert. Drei Ausstellungsstücke im Herrschinger Kurpark sind beschmiert und mit "brachialer Gewalt" beschädigt worden, beklagt die Kulturvereinsvorsitzende Margit Metz. Angesichts der Zerstörungswut stelle sich die Frage, ob Kunst weiterhin im öffentlichen Raum gezeigt werden könne. Bei der Polizei wurde Strafanzeige erstattet.

Die Rowdys ramponierten in der Skulpturenausstellung den Phoenix von Leonhard Schlögl; bei der Marmorskulptur wurde ein Teil eines Flügels gewaltsam abgebrochen. Ein Objekt mit dem Namen "Krieger" wurde beschmiert und dadurch die Oberfläche dauerhaft beschädigt, berichtet Metz. Von der Installation von Iris von Huene wurde in der Nacht zum vergangenen Sonntag eine 600 Kilogramm schwere Eichenkugel aus der Verankerung gerissen und in den See gerollt. Die Kugel habe sogar den Bootsverkehr gefährdet. Bei der Bergung habe auch ein Bootsverleiher an der Herrschinger Promenade mitgeholfen, an der Suche beteiligte sich die Wasserwacht. Nun dient das Objekt als angekettetes Mahnmal mit der rosafarbenen Aufschrift "Vandalism kills freedom".

Bisher blieben die Ausstellungen im Kurpark von solchen Übergriffen verschont, berichtet die Kulturvereinsvorsitzende. Besucher unterhielten sich interessiert mit Künstlern, Kinder blieben staunend vor den Objekten stehen und ließen sich die Werke erklären: "Dies ist für uns Ausstellungsmacher eine große Freude", betont Metz. Um so mehr erschüttert sie das "Potenzial an brachialer Gewalt, das einige Wenige anwenden, um einfach nur zu zerstören, was Künstler in monatelanger Arbeit entwickeln".

Den Sachschaden beziffert die Polizei auf mehr als 1000 Euro. Hinweise können der Herrschinger Inspektion unter der Telefonnummer 08152/93020 gemeldet werden.