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Herrsching:Kokain-Deals in großem Stil

Schöffengericht vertagt Verhandlung um illegalen Drogenhandel.

In großem Stil soll ein 38-jähriger Germeringer mit Kokain gehandelt haben: 136 Fälle des Ankaufs von je fünf Gramm zu 400 Euro legt ihm die Staatsanwaltschaft zu Last. Die Drogen habe er gestreckt und weiterverkauft, um seinen eigenen Konsum zu finanzieren. Die Vorwürfe beruhen ausschließlich auf den Angaben des ehemaligen Dealers des 38-Jährigen - der sich damit eine Verkürzung seiner eigenen Haftstrafe erhandelte und vor Gericht einräumte, auf den Germeringer wegen unbezahlter Schulden "sauer" zu sein.

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Ein Mann schnupft durch einen aufgerollten Geldschein Kokain. Foto: Archiv dpa

(Foto: dpa/dpaweb)

Der 36-jährige Herrschinger war wegen wesentlich umfangreicherer Drogengeschäfte bereits im Oktober 2008 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Kokain hatte er selbst in Kolumbien beschafft oder von einem Zwischenhändler in Köln bezogen und meist mit Milchpulver gestreckt. Auf einem Freigang zeigte er in der Polizeiwache Herrsching den Gautinger und einen anderen Abnehmer an. Am Tag vor Heiligabend 2010 wurde der 36-Jährige auf Bewährung entlassen, nachdem er gut die Hälfte der Strafe abgesessen hatte.

Vorm Starnberger Schöffengericht gab der Herrschinger an, bis zu seiner Verhaftung im März 2008 den Germeringer etwa ein Jahr lang mit Kokain versorgt zu haben. Der Belastungszeuge machte kein Hehl daraus, dass die Geschäfte des Angeklagten im Vergleich zu seinen eigenen Aktivitäten nur kleine Fische waren. Allerdings seien bei den Deals Schulden von etwa 750 Euro verblieben, die der 38-Jährige trotz mehrerer Mahnungen und der Androhung der Anzeige nicht bezahlt habe. Die Außenstände waren freilich das Einzige, was der Germeringer einräumte: Allerdings stammten sie seiner Einlassung nach nicht aus Kokainverkäufen, sondern aus einem gemeinsamen Polenurlaub. Der 38-Jährige gab zwar zu, vom Herrschinger einmal zu einer "Line" eingeladen worden zu sein, doch einen regelmäßigen Konsum stritt er ebenso ab wie den Weiterverkauf. Der Germeringer sagte aus, er hätte gar keine Drogen nehmen können, ohne sofort aufzufliegen. Weil er von einem rezeptpflichtigen Opiat abhängig wurde, dass er gegen Rückenschmerzen eingenommen hatte, befinde er sich seit fünf Jahren in einer Substitutions-Therapie. In einer Suchtberatungsstelle müsse er deshalb seither monatlich zwei bis drei Urinproben abgeben, die auf Rückstände aller Arten von Drogen geprüft werden. Um diese Behauptung zu überprüfen, setzte das Gericht die Verhandlung bis 28. April vorerst aus.