Herrsching "Kleiner Eklat" ohne Konsequenzen

Der neue Vorstand: Vorsitzender Heinz Hellerer (Mitte), seine Stellvertreter Rudolf Winter (links) und Kathrin Kamal (rechts), die frühere Vorsitzende Margit Metz (2. von links) sowie Katrin Krause (Schriftführerin) und Gerhard Regnath (Kasse).

(Foto: Nila Thiel)

Der Kulturverein ehrt seine frühere Vorsitzende Margit Metz. Sie war wegen der Vermietung des Kurparkschlösschens an die AfD zurückgetreten - eine Beschränkung bei künftigen Verpachtungen gibt es auch für ihren Nachfolger nicht

Von Patrizia Steipe, Herrsching

Der Kulturverein Herrsching mit seinen 130 Mitgliedern hat einen neuen Vorstand. Heinz Hellerer hat den Vorsitz von Margit Metz übernommen. Sie war im Herbst wegen der umstrittenen Vermietung des Kurparkschlösschens an die AfD von ihrem Amt zurückgetreten. Damals hatte die Vermietung hohe Wellen in der Gemeinde geschlagen, bei der Mitgliederversammlung waren diese Unstimmigkeiten vergessen. Metz sprach von "einem kleinen Eklat im Herbst", der viele Diskussionen nach sich geführt habe.

Bei ihrer Abschiedssitzung feierten die Mitglieder eine engagierte "Vertreterin der Leichtigkeit des Seins", eine "unbürokratische Erledigerin". Einstimmig entlasteten sie den Vorstand. Metz versprach, "indirekt unterstützend weiterzumachen". Wie es sich für einen Kulturverein gehört, wurden die formellen Teile wie Kassen- und Rechenschaftsbericht sowie die Neuwahl mit kulturellen Schlaglichtern aufgewertet. So präsentierte der junge Herrschinger Singer-Songwriter Jakob Mühleisen sein neues Lied, das erst in ein paar Tagen erscheinen wird. Und zum Abschied für den scheidenden Vorstand verteilte Rudolf Winter, Kulturbeauftragter der Gemeinde und Gründungsmitglied, kleine Statuen.

Außer vom Amt des Kassiers, Gerhard Regnath, mussten alle Posten neu besetzt werden. Per Handzeichen wurden die Vorschläge einstimmig angenommen. Der neue Vorsitzende Heinz Hellerer ist beruflich in der IT-Branche tätig, hat aber Philosophie und Geschichte studiert. Seine Stellvertreterin ist Kathrin Kamal. Die Kunstpädagogin wird wie bisher Angebote für Kinder machen. Zweiter Stellvertreter ist Rudolf Winter. Schriftführerin Katrin Krause studiert Kulturmanagement und -pädagogik. Die Beiräte heißen Martin Piehler, Richard Bierl und Friedrike Hellerer. Der neue Vorsitzende möchte die Mitglieder nach ihren Wünschen befragen, außerdem sollen mehr Jugendliche vom Angebot des Vereins angesprochen werden.

Das Kulturprogramm der nächsten Monate steht bereits fest. Neben Klassik- und Jazzkonzerten wird es Ausstellungen, Kabarett und die Kinderoper "Tannhäuser, der singende Ritter" geben. Für 2020 hofft der Verein, die aus der Region stammende Kultband Jamaram anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens verpflichten zu können.

Der Verein ist auch für die Vermietungen der verschiedenen Räume im Kurparkschlösschen zuständig. Damit hat er im Vorjahr 5900 Euro eingenommen. "Es war ein Wagnis, ein Experiment, das Kurparkschlösschen aus der Hand der Gemeinde in die eines Vereins zu legen", sagte Bürgermeister Christian Schiller. Das soll weiterhin so bleiben. Auch nach der unglücklichen Vergabe an die AfD hat der Gemeinderat dem Kulturverein keine Beschränkungen bezüglich seiner Vermietungen auferlegt. Er soll selbst bestimmen dürfen, für wen er sich entscheidet, selbst wenn es sich um umstrittene politische Gruppierungen handeln sollte. Ein Zeichen gegen Rechts setzen nun am Freitag, 29. März, 15 Uhr, Schüler und Lehrer der Montessori-Schule Inning. Ein halbes Jahr lang haben sie sich mit dem Thema "Toleranz und Anderssein" auseinandergesetzt. Mit musikalischen Inszenierungen, szenischen Spielen und künstlerischen Arbeiten wollen sie einen Beitrag zum Frieden leisten.