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Herrsching:Gastspiel im Louvre

Malaika Xiao Yu am Klavier

Ein Faible für Bach: die zwölfjährige Pianistin Malaika Wainwright aus Herrsching.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Junge Pianistin aus Herrsching gibt Konzerte in Paris

Von Daniela Kreck, Herrsching

Ein junges Multitalent vom Ammersee macht sich auf den Weg nach Paris. Die zwölfjährige Malaika Wainwright spielt Klavier, seit sie vier Jahre alt ist. Paul Eigendorf, der wie sie in Herrsching lebt, ist seitdem ihr Klavierlehrer. Er arbeitete zwei Jahre lang als Dirigent in Paris und konnte durch seine französischen Kontakte zwei Konzerte für das Mädchen aus Malaysia organisieren. Der Direktor des Oratoriums im Louvre in Paris hörte sich Malaikas Klavierkünste an und war begeistert. Damit wird für das Mädchen, das auch Gitarre spielt und singt, ein Traum wahr: Die Musikerin tritt am 21. Oktober im Maison Heinrich Heine und am 23. Oktober im Oratorium des Louvre auf. Malaika wird ein einstündiges Programm geben, darunter ihr Lieblingsstück Präludium und Fuge d-Moll aus dem Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach.

Für die Zwölfjährige ist das Konzert im Oratorium des Louvre der größte Auftritt, den sie bis jetzt hatte. 500 bis 600 Zuhörer werden möglicherweise erscheinen. Doch nervös ist Malaika nicht, denn Auftritte ist die Schülerin schon gewöhnt. Seit 2016 gibt sie Konzerte, unter anderem in Dießen, Herrsching, München und auch Frankreich. Darunter waren Gastspiele in der Einkaufspassage am Stachus, bei einer Gala im "Deutschen Herzzentrum München" und in der Christuskirche in Paris. "Ich glaube nicht an Zufälle. Wenn man was dafür tut, bekommt man es. Von nichts kommt nichts!", sagt Malaikas Klavierlehrer.

Die junge Herrschingerin spielt jeden Tag mindestens eine Stunde Klavier. Ihr erster Lehrer war ihr Vater, ein deutsch-amerikanischer Amateurpianist. Unterricht mit Eigendorf hat sie immer am Wochenende und in den Schulferien jeden zweiten Tag. Als die schüchterne Malaika ihr Lieblingsstück vorspielen will, unterbricht sie Eigendorf und weist sie auf fehlende Power am Anfang des Stücks hin. "An ihrer Dynamik müssen wir noch arbeiten", sagt er. "Trotzdem aber will ich Malaika nicht ihre Bescheidenheit nehmen. Denn diese zeichnet sie aus. Und in Paris soll sie sie selbst bleiben".

Der Musiklehrer will mit seinem Verein "Internationaler Kulturaustausch" einen kleinen Schüleraustausch mit Frankreich starten. Seine Idee: ein französisches Streichtrio soll in Deutschland spielen, umgekehrt könnten dann deutsche Musiker nach Frankreich kommen. Doch über dieses Vorhaben wird erst im Oktober entschieden, wenn Malaika ihren großen Auftritt in Paris hat.

© SZ vom 22.08.2018

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