Herrsching:Freie Fahrt für Radler

Herrsching Summerstrasse, Verkehr

Die Summerstraße (im Bild) soll zur Fahrradstraße werden. Radler hätten dann Vorfahrt. Weniger Verkehr auf der relativ schmalen Fahrbahn dürfte es aber nicht geben: Denn Busse sollen auch künftig dort fahren.

(Foto: Georgine Treybal)

Gemeinde will zwei Strecken in Ufernähe in Fahrradstraßen verwandeln

Von Astrid Becker, Herrsching

Wenn es um das Thema Verkehrsberuhigung in Herrsching geht, dürften sich die Gemeinderäte wohl einig sein: Da gibt es Handlungsbedarf. Und gehandelt wurde auch am Montag in der Sitzung. Mit großer Mehrheit verständigte sich das Gremium darauf, die Summerstraße und die Madeleine-Ruoff-Straße in Fahrradstraßen zu verwandeln - allerdings unter zwei Bedingungen: Auch künftig soll Radeln auf der Promenade erlaubt bleiben. Und auch die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs sollen weiterhin ihre Route über die Summerstraße fahren.

Grund für diese Haltung war eine Äußerung im Herrschinger Arbeitskreis Verkehr: Susanne Münster, Verkehrsmanagerin des Landkreises, hatte eine Fahrradstraße mit einem Radelverbot auf der Promenade in Zusammenhang gesetzt. Sie hatte dies eigener Aussage zufolge zwar revidiert, "aber das ist wohl untergegangen". Ihr sei es darum gegangen, ausreichend viele Radler auf den Straßen nachweisen zu können, um die Fahrradstraße rechtfertigen zu können. Ähnlich hatte sich auch der beauftragte Verkehrsplaner Ralf Kaulen ausgedrückt, das eine, so sagte er, stehe in keinem juristischen Zusammenhang mit dem anderen. Seinem Rat, den öffentlichen Nahverkehr, also die Busse, künftig über die Mühlfelder Straße zu lenken, wollte der Rat aber nicht folgen. Der Ortsdurchfahrt drohe mit den Bussen ein Verkehrskollaps, sagten manche Räte.

Dieser dürfte aber ohnehin schon bald bevorstehen: Im Zuge der derzeitigen Sanierung der Ortsdurchfahrt wird der Busverkehr ohnehin zeitweise auf die Mühlfelder- und Seestraße umgelenkt. Zudem muss sich noch zeigen, ob sich die Summerstraße für Radler wirklich eignet: Schon jetzt müssten Autos auf den Gehweg ausweichen, wenn ihnen ein Bus entgegenkomme, war von mehreren Räten in der Sitzung zu hören. Die Entscheidung für eine Fahrradstraße an dieser Stelle fällt trotzdem. Was daraus wird, sollte die dort ansässige Schindlbeck-Klinik erweitert werden, bleibt völlig offen.

© SZ vom 14.07.2021
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