Nach Streit um Schulstandort In der CSU Herrsching brodelt es weiter

Ein bisschen jünger ist der Vorstand der Herrschinger CSU geworden: (von links) Schriftführer Florian Kleber, Vorsitzende Fromuth Heene, Vize Christina Reich und Schatzmeister Oliver Fendt. Roland Lübeck war nicht anwesend.

(Foto: Georgine Treybal)

Das gescheiterte Bürgerbegehren zum Gymnasium bleibt Streitthema. Der Ortsvorstand ruft zur Mäßigung auf.

Von Christine Setzwein

114 Mitglieder hat die Herrschinger CSU. Davon sind 34 zwischen 70 und 80 Jahre alt, 21 sogar über 80. "Wir müssen jüngere Mitglieder finden, die Jungen begeistern für die Arbeit der CSU", appellierte Oliver Fendt deshalb an die Ortsverbandsversammlung, die am Mittwochabend im Andechser Hof stattfand. Mit einigen Neuzugängen im Ortsvorstand war der erste Schritt getan.

Es brodelt immer noch in der CSU Herrsching, auch wenn die Vorsitzende Fromuth Heene alles tat, um die Versammlung friedlich über die Bühne zu bringen. Sie gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr mit zum Teil hochrangig besetzten Veranstaltungen und einer fünfstündigen nichtöffentlichen Informationsveranstaltung zum Stand der Gymnasiumsplanung. Sie bedankte sich bei Gemeinderat Willi Welte, den die CSU-Fraktion wegen des Bürgerbegehrens gegen den Gymnasiums-Standort als Fraktionsvorsitzenden abgewählt hatte und der jetzt auch nicht mehr für den Ortsvorstand kandidieren wollte, für sein Engagement und überreichte eine Flasche Wein. Die Quittung für die Abwahl Weltes bekam Christina Reich: Die Dritte Bürgermeisterin erhielt bei der Wahl der fünf engeren Vorstandsmitglieder die wenigsten Stimmen.

Gerhard Knülle, der zweite Initiator des Bürgerbegehrens, kritisierte die Informationsveranstaltung des CSU-Ortsvorstands im Januar als "nicht neutral", weil Kreiskämmerer Stefan Pilgram und Landrat Karl Roth für ihre Ausführungen zum neuen Gymnasium zu viel Zeit gegeben worden sei. Außerdem wollte er wissen, ob es richtig sei, dass Welte auch als Baureferent abgesetzt werden sollte. Der saß im Raum und sagte nichts. Das tat Reich: "Das stimmt nicht, und das wollten wir auch nicht." Bevor Knülle und ein anderes Mitglied gänzlich ausfallend werden konnten, mahnte Heene zur Mäßigung.

Die Frage aus der Runde - 35 Mitglieder waren gekommen -, ob die CSU Herrsching einen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 aufstellen wird, konnte oder wollte Heene noch nicht beantworten. Damit werde sich der neue Vorstand in seiner konstituierende Sitzung beschäftigen. Es seien Namen im Gespräch.

Die Wahlen zum neuen Ortsvorstand leitete die CSU-Kreisvorsitzende Stefanie von Winning. Fromuth Heene wurde als Vorsitzende bestätigt, ihre Stellvertreter bleiben Christina Reich und Roland Lübeck. Schatzmeister wurde der bisherige Schriftführer Oliver Fendt, Schriftführer Florian Kleber. Kleber, 39, ist seit einem Jahr CSU-Mitglied und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Breitbrunn. Beisitzer wurden Hannelore Doch, Robert Brack, Hubertus Höck, Tanja Kodisch-Kraft, Robert Minkoff, Bernhard Kögl, und Florian Oberhofer, mit Mitte 20 der Jüngste. Als letzte und neue Beisitzerin wurde Angelika Pflüger, 73, gewählt. Sie gehört dem Bürgerbegehren-Flügel an.

Das Bürgerbegehren gegen den Standort Mühlfeld für das neue Gymnasium, von Knülle und Welte initiiert und jüngst vom Gemeinderat als unzulässig abgelehnt, hat die Herrschinger CSU gespalten. Der Vorstand des Ortsverbands wie auch die Fraktion distanzierten sich von dem Alleingang der Beiden. Weder Welte noch Knülle äußerten sich in der Versammlung am Mittwoch darüber, ob sie gegen die Entscheidung des Gemeinderats vorgehen wollen.