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Herrsching:Biotop am Seeufer zerstört

Herrsching Wartaweil

Ein Hinweisschild am Maschendrahtzaun für die Spaziergänger: Nach dem Baumfrevel soll die Fläche am See wieder aufgeforstet werden.

(Foto: Georgine Treybal)

Staatliches Grundstück muss nach illegaler Rodung eingezäunt und aufgeforstet werden.

Seit kurzem ist ein Grundstück zwischen Ammerseeufer und Promenadenweg in Wartaweil mit mannshohem Maschendraht eingezäunt. Ein Aushang informiert Spaziergänger darüber, dass auf der etwa 1000 Quadratmeter großen Fläche eine illegale Rodung stattgefunden hat und die Untere Naturschutzbehörde gezwungen war, 60 junge Weiden nachzupflanzen. Um den Aufwuchs zu sichern, muss der Zaun mindestens drei bis vier Jahre stehen bleiben. Das Grundstück liegt im Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet, es ist Eigentum des Freistaats und wird von der Schlösser- und Seenverwaltung betreut. "Es kommt leider öfter vor, dass staatseigene Bäume beschädigt oder gefällt werden", sagt Johannes Leicht, Leiter der Außenstelle Ammersee. In diesem besonders dreisten Fall sei ein "wirklich wertvolles Biotop" absichtlich zerstört und Lebensraum von schützenswerten Pflanzen und Tieren vernichtet worden. Man habe Strafanzeige gegen den Verursacher gestellt, im Hinblick auf das laufende Verfahren kann Leicht keine weiteren Auskünfte geben.

Das Flurstück ist gebietshoheitlich dem Landratsamt Landsberg unterstellt, das nicht nur für den Ammersee, sondern auch für einen etwa 30 Meter breiten Streifen Land am Ostufer zuständig ist. "Eine sehr unschöne Sache, sagt Amtssprecher Wolfgang Müller. Der Verursacher stehe fest, sein Auftragnehmer sei im vergangenen Herbst auf frischer Tat ertappt worden. Die rechtliche Beurteilung sei zwar noch nicht abgeschlossen, aber Müller erwartet "ein empfindliches Bußgeld" für den Täter, der zudem alle Kosten für die Pflanzung tragen soll.

© SZ vom 28.02.2020
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