BeerdigungTrauer um Altlandrat Heinrich Frey

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Hunderte Trauergäste kommen in die Starnberger Stadtpfarrkirche.
Hunderte Trauergäste kommen in die Starnberger Stadtpfarrkirche. Nila Thiel/Nila Thiel

Hunderte nehmen am Gottesdienst in der Starnberger Stadtpfarrkirche teil.

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Für Altlandrat Heinrich Frey war Gott ein Begleiter, eine Art verlässlicher Reisepartner auf dem Weg durchs Leben. Stets war er ihm auf unprätentiöse Weise nahe. An diesem Samstag nahmen Abt Johannes Eckert sowie mehrere hundert Trauergäste in der Stadtpfarrkirche St. Maria in Starnberg Abschied von Frey. Unter ihnen waren Landtagspräsidentin Ilse Aigner und der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling, Bürgermeister, Kreisräte, Repräsentanten von Vereinen und Verbänden sowie politische Weggefährten und Freunde. Im Anschluss an die Trauerfeier wurde Frey auf dem Friedhof St. Josef am Schlossberg beigesetzt. Der Altlandrat war am 7. April mit 82 Jahren im Hospiz Polling an den Folgen der unheilbaren Nervenerkrankung ALS gestorben.

Den Grabstein für sein Grab hat Heinrich Frey selbst entworfen.
Den Grabstein für sein Grab hat Heinrich Frey selbst entworfen. Nila Thiel/Nila Thiel

Stadtpfarrer Andreas Jall nannte Frey in seiner Predigt einen Patriarchen im guten Sinne. Eine Vaterfigur, die sich durch Autorität auf der einen Seite auszeichnete und auf der anderen durch ihre beschützende Art, durch Verlässlichkeit und dadurch, dass man sich an ihr reiben konnte. Für Frey, der vier Söhne hatte, selbst aber ohne Vater aufwachsen musste, hat es laut Jall zwei Konstanten im Leben gegeben: die Kriegserfahrung und den tiefen Glauben, "nicht heuchlerisch, sondern in seiner kernigen Art". Frey habe ihn immer wieder ermutigt, als Pfarrer deutliche Worte zu ergreifen. Was Krieg für die Menschen bedeutet, hat Frey als Sechsjähriger selbst erfahren. Er musste mit seiner Mutter, dem zwei Jahre jüngeren Bruder und der Großmutter aus seiner Geburtsstadt Brünn fliehen. Jall: "Da muss man sehr schnell erwachsen werden." Mit zwei Koffern war die Familie am Starnberger See angekommen. Den Vater sahen die beiden Söhne nie wieder. Er fiel in Russland. In seinem festen Glauben, so Jall, habe Frey auch still und sehr demütig die Krankensalbung empfangen, die er, Jall, ihm habe spenden dürfen. Im Glauben sei er auch in seinen Tod gegangen.

Martin Frey bei seiner Rede in der Stadtpfarrkirche St. Maria in Starnberg.
Martin Frey bei seiner Rede in der Stadtpfarrkirche St. Maria in Starnberg. Nila Thiel/Nila Thiel

Freys ältester Sohn Martin kam in seiner Abschiedsrede auf das künstlerische Talent des Vaters zu sprechen. Dieser hatte nach seiner Pensionierung 60 Holzstelen geschnitzt und zeichnete viel. So zieren das Sterbebild Freys auch zwei Kreidebilder, einmal die Geburt Jesu und eine Allee in Polling, beide gezeichnet wenige Monate vor seinem Tod. Den Grabstein für sein Grab hat Frey selbst entworfen und von einem Bildhauer in Bronzeguss umsetzen lassen. Martin Frey sprach auch von der Reiselust des Vaters, von dessen Neugierde und Offenheit für fremde Länder, Kulturen und ihre Menschen.

Ja, und dann wären da noch die Eigenheiten des Vaters: So sei ihm Unpünktlichkeit ein Gräuel gewesen. Hingegen hatte er eine Vorliebe für kurze Reden. Ihm, Martin, habe er stets gepredigt: "Fasse dich kurz und komm auf den Punkt!" Und dass sein Vater immer viele Enkel haben wollte - am liebsten eine ganze Fußballmannschaft. Das habe geklappt. Sieben Mädchen und vier Buben zählt die Enkelschar von Heinrich und Barbara Frey. Auch die Leidenschaft des Vaters für deftige, teils chauvinistische Witze, ließ der Sohn nicht unerwähnt.

Altlandrat Karl Roth würdigt Freys Verdienste.
Altlandrat Karl Roth würdigt Freys Verdienste. Nila Thiel/Nila Thiel

Altlandrat Karl Roth (CSU) konnte in seiner Ansprache eine weiter Anekdote zum Besten geben. Sein Vorgänger habe immer mit seinem Computer auf dem Schreibtisch auf Kriegsfuß gestanden und stattdessen stets ein kleines Notizbuch mit einem noch kleineren Bleistift benutzt. Eines Tages seien im Landratsamt alle Computer ausgefallen. Da habe Frey sich diebisch gefreut, denn er wusste als einziger, welche Termine an diesem Tag anstanden.

Roth würdigte auch Freys Verdienste als Landrat. So habe er unter anderem den Grundstein zur Zukunftssicherung der Kreisklinik durch die Gründung einer GmbH gelegt, die Innovationsmesse eingeführt und die Gesellschaft für Wirtschaft- und Beschäftigungsentwicklung (gfw) gegründet. Die Fusion der Kreissparkasse mit der Sparkasse München Land und die Modernisierung der Verwaltung habe er ebenfalls forciert.

Stefan Frey spricht über die Rolle der Politik in seinem Elternhaus.
Stefan Frey spricht über die Rolle der Politik in seinem Elternhaus. Nila Thiel/Nila Thiel

Im Haus Frey spielte die Politik stets eine entscheidende Rolle. Häufig wurde darüber diskutiert, wenn die Familie zusammenkam. Da sei es kein Wunder, dass dies an den Kindern nicht spurlos vorüber ging. Stefan Frey ist heute selbst Landrat, sein Bruder Martin sitzt für die CSU im Kreistag. Sein Vater sei durch und durch ein politisch denkender Mensch gewesen, berichtet Sohn Stefan Frey den Trauergästen. In der politischen Arbeit habe sein Vater stets nach pragmatischen Lösungen und Kompromissen gesucht. Die Zeitung sei für ihn stets das offene Tor zur Welt gewesen. Bürgermeistersprecher Rainer Schnitzer lobte Freys Einsatz für die Gemeinden. Klaus Peter Arnold würdigte ihn als Gründungsmitglied der Rotonda Romana und berichtete von zahlreichen gemeinsamen Fahrten nach Rom.

So sehr Heinrich Frey sich über die vielen Trauergäste und die große Anteilnahme sowie die Fahnenabordnungen aus den Gemeinden und von Verbänden und Vereinen gefreut hätte, eines hätte er gewiss moniert: Nicht alle Redner fassten sich kurz.

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Nachruf auf Heinrich Frey
:Abschied von einem Menschenfreund

Der Altlandrat erliegt im Alter von 82 Jahren den Folgen einer schweren Krankheit. Im Gedächtnis bleiben seine launigen Drei-Minuten-Reden und seine Art, Politik zu machen - ganz ohne parteipolitische Scheuklappen.

Von Sabine Bader

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