HadorfAuf die Ochsen, fertig, los!

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Leonhard Wagner, Vorsitzender der Hadorfer Burschenschaft, mit seinem Ochsen beim Ochsenrennen 2022 in Frieding.
Leonhard Wagner, Vorsitzender der Hadorfer Burschenschaft, mit seinem Ochsen beim Ochsenrennen 2022 in Frieding. (Foto: Nila Thiel)

Der Hadorfer Burschenverein lädt am Donnerstag zum Ochsenrennen. Besucher können Wetten abschließen, welches Tier am schnellsten läuft.

von Lilly Fels, Starnberg

Die Weißwürste sind bestellt, die Blasmusik steht bereit, die Ochsen sind trainiert: In Hadorf laufen die letzten Vorbereitungen für ein Spektakel, das den Ort weit über seine Grenzen hinaus strahlen lässt. Am Donnerstag, 29. Mai, ist es so weit – die Hadorfer Burschenschaft lädt zum Ochsenrennen ein.

Um 10 Uhr geht es mit einem Weißwurstfrühstück am Ortsausgang von Hadorf in Richtung Unering (wo auch das jährliche Stadlfest stattfindet) los. Bertl, Wuschel, Barbarossa und ihre Konkurrenten erobern die Rennbahn schließlich von 13 Uhr an. Dazu gibt es Livemusik von „Da Blechhauffa“ und die Möglichkeit, Wetten auf die Favoriten abzuschließen. „Wir haben eine Festzeitschrift, in der alle 17 Startnummern per Steckbrief vorgestellt werden“, erklärt Oberbursche Leonhard Wagner. Er ist die treibende Kraft hinter der Veranstaltung. „Unter allen, die auf den Sieger gesetzt haben, verlosen wir Gewinne.“

Wenn der eigene Favorit sich im ersten Rennen nicht von seiner Schokoladenseite zeigt, heißt es „nicht verzagen“, denn das Rennen findet in mehreren Runden mit je vier Ochsen statt. „Alle Ochsen sollen zwei bis drei Mal laufen, auch die, die in der ersten Runde ausscheiden. Die Rennstrecke ist 75 bis 80 Meter lang“, sagt Wagner. „Die schnellen brauchen ungefähr so lange wie ein Mensch im Laufen. Es gibt aber natürlich auch immer welche, die einfach stehen bleiben oder umdrehen.“ Aber das mache das Rennen schließlich auch aus.

„Die Planungen laufen intensiv seit dem letzten halben Jahr, auch wenn die Idee schon seit dem Ochsenrennen in Frieding 2022 im Raum stand“, erzählt Wagner.  „Daran haben mein Bruder und ich teilgenommen. Das hat uns viel Spaß gemacht, deshalb haben wir die Idee für das Jubiläum der Feuerwehr und der Burschenschaft in Hadorf vorgeschlagen.“ Für ein Ochsenrennen zum Jubiläum 2024 war die Vorlaufzeit allerdings zu kurz, denn die Tiere müssen beim Rennen mindestens 24 Monate alt sein. Auch darüber hinaus gibt es allerlei Vorgaben des Veterinäramts, die zum Wohl der Ochsen eingehalten werden müssen. So müssen sie am Wettkampftag etwa in Boxen im Schatten untergebracht sein. Treibhilfen wie Stöcke sind selbstredend verboten.

Das Wichtigste beim Training ist die Bindung zum Menschen

Wagner blickt nicht nur als Organisator mit Vorfreude auf das Spektakel, sondern auch als Teilnehmer. Seit dem Rennen in Frieding ist er auch in Niederbayern gestartet. Mit seinem Ochsen Simmerl, 30 Monate alt, ist es dieses Mal eine Premiere. „Schnell, aber etwas inkonstant“ schätzt Wagner ihn ein. Er kennt Simmerl schon, seit er ein Kalb ist, und sitzt seit etwa einem halben Jahr auf seinem Rücken. Das Wichtigste beim Training sei, dass der Ochse von klein auf eine Bindung zum Menschen finde.

Aber die Konkurrenz schläft nicht. Mehr als die Hälfte der 17 Teilnehmer sind Frauen, darunter auch Hannah Wastian, die mit Ochse Fonse ebenfalls auf dem Wagner-Hof für das Rennen trainiert hat. „Vorher war ich nur als Gast dabei, jetzt möchte ich es auch selbst probieren“, sagt sie. „Mein Ochse ist der liebste und bravste auf dem Hof. Ich bin gespannt, wie er bei den ganzen Menschen drauf ist.“ An die Menschenmassen und die Geräuschkulisse haben sie die Ochsen beim Training schon gewöhnt. Immerhin erwarten die Organisatoren ein Vielfaches der Hadorfer Einwohner an Besuchern, so Wagner.

Jährlich soll das Ochsenrennen aber nicht stattfinden. „Es ist ein viel größerer Organisationsaufwand als etwa das Stadlfest“, sagt Wagner. Das findet übrigens fast direkt im Anschluss am 31. Mai statt. „Wir könnten uns aber schon vorstellen, ein Ochsenrennen in ein paar Jahren noch mal anzugehen.“ Jetzt fiebern Reiter und Ochsen erst mal auf den Startschuss am Donnerstag hin, ganz nach dem Motto:  „Möge der beste Ochse gewinnen.“

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