
HadorfErneut haben unbekannte Einbrecher den Golfclub Starnberg heimgesucht und versucht, einen Tresor aus einer Wand herauszubrechen. Zudem stahlen sie in der Nacht zum Montag aus dem Shop hochpreisige Sportbekleidungen, Golfschläger und Umhängetaschen im Wert von rund 50 000 Euro, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord mit. Erst vor elf Monaten waren Unbekannte auf die gleiche Weise in das Clubhaus bei Hadorf eingestiegen und hatten dabei das Küchenfenster aufgehebelt, um ins Sekretariatsgebäude zu gelangen. Der Einbruch geschah damals während der Bayerischen Golfmeisterschaften, die heuer am kommenden Freitag auf dem Club-Gelände beginnen. Den Sachschaden beziffert der Club diesmal auf fast 7000 Euro.
Man werde jetzt bestimmte Fenster vergittern, Videokameras und eine Alarmanlage installieren sowie sich von der Polizei beraten lassen, kündigte der Starnberger Club-Präsident Werner Proebstl an. Zudem seien bereits alle Golfclubs im Umkreis von München über den Einbruch informiert und gewarnt worden. "Denn hoffentlich beginnt nicht wieder eine Serie wie im Vorjahr", sagt Proebstl besorgt. Die Kripo Fürstenfeldbruck prüft jetzt auch, ob es sich um die selben Täter handelt, die im Juni vorigen Jahres nicht nur in dieses Clubhaus, sondern auch bei Golfvereinen in Feldafing und in Mittelstetten im Landkreis Fürstenfeldbruck eingedrungen sind und Tresore mit einer Flex aufgeschnitten haben. Seinerzeit erbeuteten die Täter mehrere Tausend Euro und hinterließen einen erheblichen Sachschaden - beim GC Starnberg waren zudem Computer und kleinere Bürogegenstände entwendet worden. Der Gesamtschaden betrug damals nach Clubangaben 20 000 Euro.
Diesmal scheiterten jedoch die Diebe an dem rund 170 Kilogramm schweren Tresor, der in einer Wand inzwischen mit Beton und Stahl fixiert ist. "Da hatten die Täter keinen Hauch einer Chance", betont der Club-Präsident. Allerdings müssen sie sich viel Mühe gegeben haben, weil einiges aus dem Mauerwerk herausgebrochen wurde. Die Tresorknacker hatten offenbar auch keine Flex dabei. Dafür hebelten sie - eventuell nur aus Frust - die Glastür zwischen Sekretariat und dem Shop aus und plünderten den Laden systematisch zur Hälfte aus. Vielleicht hätten sie noch mehr Waren abgeräumt, aber womöglich seien die Täter gestört worden, glaubt eine Club-Mitarbeiterin. Jedenfalls hatte eine Raumpflegerin gegen sechs Uhr die Spuren des Einbruchs in dem Gebäude entdeckt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter in der Nacht mit einem größeren Auto oder Kleintransporter zu dem Golfgelände nach Hadorf gefahren sind, um dort einzubrechen.
Mit einer Sonderaktion will nun die betroffene Bekleidungsfirma der Shop-Betreiberin schnell helfen, die fehlenden Kollektionen wieder in den Regalen aufzufüllen. Der ganze Ärger, Schmutz und Sachschaden sei aber bei diesen Einbrüchen das Schlimmste, sagt Präsident Proebstl. Er zeigt sich überdies verwundert, dass die Täter offensichtlich glaubten, es gebe "etwas in den Golfclubs zu holen". Im Tresor habe sich nämlich nur wenig Geld befunden - der große Aufwand hätte sich also gar nicht gelohnt.