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Gymnasium:Tutzing plädiert für teuerste Lösung

Turnhalle des Gymnasiums muss dringend saniert werden

Die Doppelturnhalle des Gymnasiums Tutzing muss dringend saniert werden. Das Flachdach ist undicht, über die Außenwände sowie die Bodenplatte dringt Feuchtigkeit ein. Der Sportboden muss erneuert werden und die Sanitärräume sind nach Angaben des beauftragten Architekten Klaus Zeiler in einem "gerade noch duldbaren" Zustand. Am Dienstag wurden dem Gemeinderat drei Sanierungsvarianten vorgestellt, die mit Kosten zwischen 4,3 und 4,7 Millionen Euro veranschlagt sind. Nach teilweise kontroverser Debatte hat sich das Gremium für die teuerste Variante entschieden, weil dadurch die Kalle-Villa freigestellt werden kann. Ein Neubau der Turnhalle stand nicht zur Debatte. Die Kosten seien mit knapp sieben Millionen Euro etwa 45 Prozent teurer, als eine Sanierung, so die Begründung. Allerdings enthält die Empfehlung an den Kreistag den Zusatz, dass die Gemeinde nichts gegen einen Neubau habe.

Wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald erläuterte, soll das Gymnasium voraussichtlich im Sommer 2020 in die Trägerschaft des Landkreises übergehen. Daher habe die Gemeinde mit der Turnhallensanierung nichts mehr zu tun. Darüber werde der Kreistag im Herbst entscheiden. Mit dem Landratsamt sei aber abgestimmt, dass die Gemeinde eine Variante vorschlagen dürfe. Dadurch könne man versuchen den Vorgang zu beschleunigen. Ob der Kreistag die Empfehlung übernimmt, ist laut Greinwald nicht sicher.

Die Sanierung der bestehenden Turnhalle aus dem Jahr 1973 ist dringend. Das Manko ist, dass das Gebäude direkt an die historische Kalle Villa angebaut ist. Die Schule und auch die Gemeinde wünschen sich, dass die Gebäude voneinander getrennt werden, um der Villa wieder Geltung zu verschaffen. Das soll durch einen Teilabbruch der Turnhalle sowie dem Neubau des Nebengebäudes ermöglicht werden. Die Planungen sehen einen Durchgang zwischen der denkmalgeschützten Villa und der Turnhalle vor, durch den laut Zeiler ein Durchblick zum See ermöglicht wird. Die Turnhalle wird über eine Rampe barrierefrei. Der Bestand wird umfassend saniert. Die Funktionsräume werden teilweise verlegt und nach den Förderrichtlinien umgebaut, so dass Zuschüsse möglich sind. Die Hausmeisterwohnung entfällt.

Die Gemeinderäte zeigten sich von den Entwürfen enttäuscht. Das Ziel, die Villa freizustellen, sei nicht erreicht, monierte Ernst Lindl (CSU). Renate Geiger (SPD) bezeichnete den Durchgang als "Loch", das keine Verbesserung darstelle. Um die Villa komplett freizustellen, hielt sein Fraktionskollege Martin Pulfer eine neue Turnhalle an anderer Stelle für unumgänglich. Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) plädierte sogar für den Bau eines neuen Gymnasiums an einem anderen Standort. "Das ganze Gymnasium ist ein Sammelsurium von Baukörpern." Die Rathauschefin reagierte sichtlich genervt. "Wir planen nicht neu, die Schule wird abgegeben", erinnerte sie das Gremium. Toni Aigner (FW) versuchte zu beschwichtigen. Es sei "illusorisch" zu glauben, der Kreistag entscheide sich für einen Neubau der Turnhalle. "Dass wir Kompromisse machen müssen, ist klar."