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Gymnasium Starnberg:Die Sanierung geht weiter

Starnberg, Gymnasium

Manche Fachräume sind noch nicht auf dem neuesten Stand.

(Foto: Georgine Treybal)

Die Schule soll nun doch nächstes Jahr modernisiert werden. Die Außenfassade muss aber mindestens bis 2020 warten.

Der Protest der Eltern zeigt Wirkung: Die Stadt will das Gymnasium nun doch weiter sanieren - zumindest im Inneren. Der Bauausschuss hat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, im kommenden Jahr mehr als eine halbe Million Euro in die Arbeiten zu stecken. Die teuerste Einzelmaßnahme allerdings, die energetische Sanierung der Fassade eines Trakts, haben die Stadträte aus Spargründen aus dem Plan gestrichen. Schüler, Eltern und Lehrer atmen dennoch auf.

Die alten Toiletten am Treppenhaus des Unterstufentrakts gehören bald der Vergangenheit an. Sie stammen aus dem Jahr 1958. Das Material ist spröde, die Leitungen sind falsch dimensioniert. Sie verkeimen, verkalken und verrosten zusehends, stellt die Stadtverwaltung fest. Die Erneuerung im kommenden Jahr kostet 150 000 Euro. Genau so viel Geld steckt die Stadt in die weitere Sanierung der Heizung, die "dringend erforderlich" ist, damit der Schulbetrieb sichergestellt ist, wie das Bauamt befindet.

Zwei neue Fachsäle sind für jeweils 100 000 Euro geplant. Ein Physikraum wird auf den neuesten Stand der Sicherheit gebracht, marode Stromleitungen und altes Mobiliar kommen weg. Zwei der Fachräume sind bereits hergerichtet worden. Ein Klassenzimmer wird zum Chemieraum umgebaut: Die Schulleitung des Gymnasiums hatte dem Übungsraum höchste Priorität eingeräumt, weil die Schülerzahlen im naturwissenschaftlichen Zweig steigen und der neue G9-Lehrplan mehr Experimente vorsieht.

Im kommenden Jahr soll der Komplex endlich das lange geplante Farbleitsystem bekommen. Damit die Schüler sich in dem verwinkelten Bau zurechtfinden, werden Treppenhäuser und Flure in jedem Trakt mit anderen Farben gestrichen. Das schlägt mit 40 000 Euro zu Buche. Vorerst gestrichen ist dagegen die Dämmung der Fassade im Unterstufentrakt, mit der die energetische Sanierung abgeschlossen würde. Die gesparten 900 000 Euro schmälern die Lücke von mehr als vier Millionen Euro im Haushaltsentwurf für 2019.

Der Elternbeirat war vor zwei Wochen mit zehn Müttern und Vätern im Stadtrat aufgetreten, um die weitere Sanierung zu fordern. Mit dem Sparbeschluss ist er einverstanden. "Wir können damit leben", sagt die Vorsitzende Tatjana von Groll-Schacht. Wichtig sei, dass die Toiletten fertig werden und die Räume funktionieren. "Und die Schüler sollen in den Chemieräumen experimentieren können und nicht nur Theorie lernen." Erst im Februar hatten die Eltern erreicht, dass die Sanierung in diesem Jahr weiterläuft. Die Arbeiten an Toiletten, Lehrerzimmer und Fassade sollen bis Weihnachten fertig sein. "Wir sind dankbar, dass die Stadt von einem Sanierungsstopp abgesehen hat", sagt auch Vize-Schulleiterin Uta Lechner. Der Stadtrat muss den Beschluss noch am Montag bestätigen. Die Eltern wollen dann auch wieder Präsenz zeigen.