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Golfplätze im Landkreis Starnberg:Für Mitglieder gesperrt

Längläufer auf der Hadorfer Loipe; Langläufer auf der Hadorfer Golfplatzloipe

Begehrt bei Langläudern: die Hadorfer Golfplatzloipe.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Clubs verstehen nicht, warum auf ihren Anlagen Spaziergänger und Langläufer erlaubt sind, aber keine Golfer. Die Präsidenten beantragen die Öffnung ihrer Sportgelände.

Von Sabine Bader

Die Golfer wollen endlich wieder den Schläger schwingen. Vom Landratsamt Starnberg fordern sie darum, dem sinkenden Inzidenzwert, der im Landkreis seit längerem konstant weit unter 50 liegt, Rechnung zu tragen und die Plätze zu öffnen. Der Golfclub Starnberg hat sich mit seiner Forderung darüber hinaus laut einer Pressemitteilung noch an die Regierung von Oberbayern gewandt. Golfclub-Präsident Werner Proebstl hat in der Vergangenheit allerdings die Erfahrung gemacht: "Das Landratsamt verweist auf die Regierung von Oberbayern und diese auf die Landesregierung." Die wiederum verweise zurück auf das Landratsamt. "Keiner will sich die Finger verbrennen und Entscheidungen treffen", klagt er.

Bei all den Debatten dürfe jedoch nicht übersehen werden: "Wir betreiben einen Sport, der gesundheitsfördernd ist und bei dem der Abstand nie unter 1,5 Metern ist, da es ansonsten gefährlich wird." Das Spielen auf dem Golfplatz werde in Pandemiezeiten mit einem Terminsystem geregelt und sei nur unter Einhaltung der Kontakteinschränkungen - im eigenen Hausstand oder gemäß der "Ein-Freund-Regel" - gestattet, versichert er. Die Hygieneregeln würden spielend eingehalten. Ähnliches versichern auch die Verantwortlichen anderer Golfclubs im Fünfseenland.

Längläufer auf der Hadorfer Loipe; Langläufer auf der Hadorfer Golfplatzloipe

Sie dürfen ihrem Sport nachgehen, Golfspieler hingegen nicht. Dagegen regt sich jetzt Protest.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Aber noch sind die Golfplätze für die Mitglieder gesperrt. Dabei herrschte auf den Anlagen in den vergangenen Wochen Hochbetrieb: Spaziergänger, Langläufer und Schlittenfahrer tummelten sich zuhauf dort. "Wir dürfen zwar nicht Golf spielen, aber als Schnee lag, konnten auf unserer Anlage, die für uns gesperrt ist, die Langläufer ohne jede Beschränkung ihrem Vergnügen nachgehen", schreibt der Golfclub Starnberg in seiner Pressemitteilung weiter. Der Parkplatz sei dabei voll gewesen, wie beim normalen Golfbetrieb. Dabei sei in den offiziellen Begründungen für die Schließung der Anlagen gerade der Weg vom Parkplatz zum Abschlag als größtes Risiko für Golfer angeführt. "Beim Wintersport ist das scheinbar nicht der Fall", schimpfen die Verantwortlichen im Golfclub Starnberg.

Von ähnlich viel Betrieb berichtet auch die Managerin im Golfclub Gut Rieden, Melanie Rake. "Wenn man die Leute dieser Tage darauf hingewiesen hat, dass sie sich auf dem Gelände an die Regeln zum Infektionsschutz zu halten haben, hat man häufig blöde Antworten bekommen." Rake erinnert sich beispielsweise an eine Mutter, die ihr Kind auf dem Schlitten über den Golfplatz gezogen habe, auf dem das Gras bereits herausschaute, und sich davon kaum habe abbringen lassen. "Da wird doch die Grasnarbe beschädigt", klagt sie. Auf dem Golfgelände in Wörthsee haben sich neben Langläufern und Spaziergängern dieser Tage laut dem Präsidenten Christoph Grün auch noch Schlittschuhläufer und Eisstockschützen getummelt. Denn dort befinden sich mehrere Teiche. Da sei viel los gewesen, meint auch Grün.

"Wenn nicht bald wieder gespielt werden darf, ist die Saison für dieses Jahr vorbei. Dann werden viele sagen, eine Mitgliedschaft lohnt sich für sie heuer nicht. Für manche Golfanlagen kann das durchaus existenzgefährdend sein", glaubt jedenfalls Werner Proebstl.

Dennoch hieß es am Donnerstag aus der Pressestelle des Landratsamts Starnberg: "Wegen der nicht abschätzbaren Risiken durch die Mutanten sind wir von der Regierung angehalten, keine Lockerungen in Betracht zu ziehen."

© SZ vom 19.02.2021
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