Gleisbauarbeiten an der S 8 beginnen Bus statt Bahn

In Germering befördern zwei Wochen lang Omnibusse statt der S-Bahn die Fahrgäste im 20-Minuten-Takt zum Westkreuz oder nach Pasing.

(Foto: Johannes Simon)

Zwischen Westkreuz und Herrsching auf der Linie S 8 geht von diesem Wochenende an nichts mehr.

Von Andreas Ostermeier, Herrsching

Wer üblicherweise mit der S-Bahn nach München fährt, der muss während der Osterferien auf den Bus umsteigen. Wegen Bauarbeiten an den Gleisen fahren die Züge der S 8 von diesem Wochenende an erst ab der Haltestelle Westkreuz in die Innenstadt. Der Streckenabschnitt zwischen Westkreuz und Herrsching ist seit Freitagabend bis Montag, 13. April, drei Uhr morgens, gesperrt. Den Ersatzverkehr übernehmen drei Buslinien. Die Linie 1 verkehrt zwischen Westkreuz und Herrsching und hält an sämtlichen Bahnhöfen der S 8, die Linie 2 fährt ebenfalls bis Herrsching, hält unterwegs aber nur in Weßling, die Linie 3 ist ein Shuttlebus, der nur vom Westkreuz bis Gilching unterwegs ist, aber sämtliche Haltepunkte anfährt.

Grund für die Streckensperrung sind laut Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp turnusmäßige Arbeiten am Gleisstrang. So müssen zwischen Westkreuz und Neuaubing auf einer Streckenlänge von 1530 Metern Gleisbett, Schienen und Schwellen komplett ausgetauscht werden, und zwar in beiden Fahrtrichtungen. Nur in einer Richtung wird der Streckenabschnitt zwischen Gilching und Weßling saniert. Für die Gegenrichtung des fast vier Kilometer langen Abschnitts reiche die Zeit nicht, sagte Honerkamp. Gearbeitet wird auch im Bahnhof Gilching. Dort werden die Schienen und Weichen der Gleise zwei und drei ausgetauscht. An den Sonntagen, 29. März und 5. April, endet der S-Bahnverkehr aus München wegen der Bauarbeiten bereits in Pasing.

Die Bahn hat Ersatzbusse eingerichtet. In Pasing halten sie in Richtung Germering, Weßling oder Herrsching an der Josef-Felder-Straße, neben dem Taxistand am Bahnhofszugang. Sie verkehren die meiste Zeit in einem 20-Minuten-Takt. Für ihre Strecken benötigen sie allerdings mehr Zeit als die S-Bahn. So ist die Linie 1, der sogenannte Ortsbus, zwischen Westkreuz und Herrsching nach Angaben der Bahn 73 Minuten unterwegs, bis Germering-Unterpfaffenhofen dauert es 20 Minuten. Der Schnellbus (Linie 2) braucht für die selbe Strecke 56 Minuten, hält unterwegs allerdings nur in Weßling. Kürzer ist die Route der Linie 3, des Shuttlebusses. Von der Haltestelle Westkreuz bis Gilching-Argelsried ist er 29 Minuten unterwegs.

Weitere Veränderungen auf den S-Bahnlinien gibt es von Montag, 30. März, an. Dann wird eine Stahlbetondecke im Hauptbahnhof-Untergeschoss saniert. Das bedeutet für die Nutzer der S-Bahn, dass unter der Woche spätabends die meisten Linien nicht mehr auf der Stammstrecke unterwegs sind. Lediglich die S 8 fährt sämtliche Haltestellen zwischen Pasing und Ostbahnhof ab. Die anderen Linien, so die S 3 und die S 4 aus dem westlichen Landkreis, fahren von Pasing aus ohne Stopp bis zum Hauptbahnhof und enden dort (Gleis 18 und Gleis 31). Für Pendler vom Westufer des Ammersees, also von Schondorf, Utting und Dießen, die mit der Ammerseebahn in Richtung Geltendorf fahren und dort auf die S-Bahn in Richtung München umsteigen, wird es ebenfalls heftig. Im Mai beginnt die Modernisierung S 4-Strecke, die bis Mitte September dauern wird. Zunächst wird ein Gleis zwischen Pasing und Puchheim auf einer Länge von vier Kilometern erneuert. Anschließend werden Schienen beider Gleise zwischen Puchheim, Eichenau und Fürstenfeldbruck auf etwa 1,3 Kilometern ausgetauscht. Die Kosten betragen laut Bahn AG etwa 9,3 Millionen Euro.

Die Auswirkungen auf den Fahrplan der S 4 sind gravierend. Die Bahn bemühe sich um ausreichende Ersatzkapazitäten, versicherte ein Sprecher. Klar ist, dass der Regional- und Fernverkehr ins Allgäu und in die Schweiz Vorrang hat. Stündlich soll zwischen Geltendorf und dem Starnberger Flügelbahnhof eine S-Bahn fahren, die überall hält.