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Westumfahrung in Gilching:Ende in Sicht

Westumgehunbg Gilching

Sehr kompliziert ist momentan noch die Verkehrsführung am sogenannten Röchnerknoten der Gilchinger Westumgehung.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

30 Jahre wurde soll nun Ende November soll die Umgehung in Gilching fertig sein. Während der Arbeiten gelten zum Teil komplizierte Verkehrsführungen.

Der Röchnerknoten in Gilching schaut momentan ein bisschen so aus wie der Luise-Kiesselbach-Platz in München, als er umgebaut wurde. Viel kleiner natürlich, aber ähnlich verwirrend. Das wird noch bis Ende Oktober so bleiben, aber dann dauert es nur noch wenige Wochen, bis die Westumfahrung Gilching fertig ist.

"Wir sind voll im Plan", sagt Rudolf Reimann von der SSF Ingenieure AG in München. Der Projektleiter, Corinna Haas von Wagner-Ingenieure München, Alexander Murr, Leiter der Abteilung Tiefbau und Max Huber, Bauamtsleiter im Gilchinger Rathaus, zogen am Dienstag Zwischenbilanz des Straßenprojekts, an dem seit 30 Jahren geplant wird, das im April 2018 begonnen wurde und Ende November 2019 fertig sein soll. Ein Stück der insgesamt knapp fünf Kilometer langen Westumgehung kann bereits seit Dezember 2018 befahren werden.

Dass kräftig gebaut wird, ist nicht zu übersehen, vor allem am Röchnerknoten, wo sich die Ein- und Ausfahrten der Lindauer Autobahn und die Landsberger Straße treffen. Auch wenn viele Gilchinger immer noch meinen, dass dort ein Kreisverkehr entsteht: "Das ist nicht so", bekräftigt Huber, "es gibt eine Ampelschaltung." Ein Kreisel würde den Verkehr dort "nicht packen". Mit Ampelanlagen könne man auf extreme Verkehrssituationen besser reagieren, denn auf keinen Fall dürfe es zu Rückstaus auf der Autobahn kommen. Vor etwa zwei Wochen wurde der Verkehr am Röchnerknoten umgelegt, von diesem Mittwoch an bis Mitte September ist die Autobahnparallele von der Tankstelle bis etwa zur Abfahrt nach St. Gilgen komplett gesperrt, die Fahrt nach Weßling nicht möglich. Die Anschlussarbeiten an die Landsberger Straße Süd sind für die Zeit vom 17. September bis 23. Oktober vorgesehen.

Auf dem fertiggestellten Stück der Umfahrung hält sich der Verkehr noch in Grenzen. Auf den Wällen blühen bereits die Mohnblumen, entlang der Trasse sollen noch Bäume gepflanzt, Magerrasen und Streuobstwiesen angelegt werden, erläutert Reimann. Bei der artenschutzrechtlichen Prüfung seien viele Eidechsen gesichtet worden. Eine Umweltbaubegleitung sorge dafür, dass alle umweltrelevanten Maßnahmen berücksichtigt würden. Corinna Haas kümmert sich darum, dass alle Fristen, alle Maße und alle Kosten eingehalten werden. Sie ist mindestens dreimal pro Woche in Gilching.

Westumgehunbg Gilching

Ein Teilstück der neuen Westumfahrung Richtung Alling ist bereits fertiggestellt.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Mehr als 19 000 Einwohner hat die Gemeinde Gilching mittlerweile - und wird vom Verkehr überrollt. Allein am Röchnerknoten hat Verkehrsgutachter Harald Kurzak schon 2009 eine Gesamtbelastung von 25 000 einfahrenden Kraftfahrzeugen gezählt. Mit der Westumfahrung werde die Belastung auf 31 000 Fahrzeuge pro Tag anwachsen. Dafür werde die Römerstraße im Zentrum von Gilching um 3400 bis 4000 Fahrzeuge entlastet, eine Abnahme um 20 bis 25 Prozent, so die Prognose bis zum Jahr 2025. Und das ist das Hauptziel der Gilchinger: das Ortszentrum vom Durchgangsverkehr zu entlasten, die Römerstraße als Gemeindestraße umzubauen, sie attraktiver und bürgerfreundlicher zu machen. Neue Radwege, breitere Fußwege und gut erreichbare Parkplätze schweben der Gemeinde vor.

Für die Westumgehung, die an der Autobahnanschlussstelle Oberpfaffenhofen beginnt und an der Einmündung in die Brucker Straße endet, bezahlt Gilching 22 Millionen Euro, weil sie die Straße in kommunaler Sonderbaulast realisiert, bekommt aber 15 Millionen als staatliche Zuschüsse wieder, sagt Huber.

In der 30-jährigen Planungsgeschichte sei immer wieder umgeplant worden. Die Ergebnisse dreier Bürgerentscheide mussten eingearbeitet werden. Der zweite Bürgerentscheid verzögerte die Planung um ein Jahr. Jetzt gibt es sieben Unterführungen an der Umgehung, damit Radfahrer, Fußgänger und Landwirte mit ihren Maschinen die neue Straße sicher queren können.