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Gilching:Verkehr im Visier

Ein Knotenpunkt für die Verkehrsplanung ist die Abzweigung beim Römerstein zur Münchener Straße nach Geisenbrunn.

(Foto: Arlet Ulfers)

Gemeinde will Fahrzeuge aus der Ortsmitte schleusen

Das Thema brennt den Gilchingern unter den Nägeln: Der dichte Verkehr und die Staus belasten die Bürger in der Boom-Gemeinde, wo am 22. November die Westumfahrung eröffnet wird. Doch die Lokalpolitiker wissen, dass die fast fünf Kilometer lange Tangente, auf die vor allem auch die Lastwagen umgeleitet werden sollen, die Ortsmitte nicht ausreichend entlasten dürfte. Deshalb soll nun mit einem Mobilitätskonzept auch der teils hausgemachte innerörtliche Individualverkehr verringert sowie mit Ortsbussen und mehr sichereren Rad- und Fußwegen die Situation deutlich verbessert werden.

Hierzu beschloss der Gemeinderat am Dienstag einstimmig, über eine Ausschreibung ein Planungsbüro auszuwählen, dass auf diesem Sektor kompetent und erfahren ist. Die Experten sollten auf der Basis neuer Verkehrszählungen auch die Einwohner in Veranstaltungen einbinden und mitreden lassen - ähnlich wie beim "Bürgerdialog" über die Ortsmitte in den vergangenen Jahren. Einig waren sich die Gemeinderäte, dass die bisherige Verkehrszählung zur Römerstraße als Hauptachse und die Prognose zum Autoverkehr beim geplanten Wohnprojekt auf der Gilchinger Glatze aus dem Jahr 2009 überholt und daher nun fehlerhaft seien. Denn der Verkehr habe seitdem dramatisch zugenommen - zumal später auf der Glatze mitten in Gilching wohl nicht 1500, sondern etwa 2000 Menschen leben werden.

Für das angestrebte Mobilitätskonzept sollen nun die Verkehrszahlen und -ströme nach Eröffnung der Westumfahrung ermittelt werden. Ebenso messen will man die Zahl der Autos an der Abzweigung beim Porschekreisel am neuen Gewerbegebiet an der Lindauer Autobahn, die sechsspurig ausgebaut wird. Vorgesehen ist außerdem ein Workshop des Gemeinderates, um Vorgaben für ein Mobilitätskonzept zu ermitteln. Dabei geht es um Prämissen, wo zum Beispiel die Vorfahrtsregeln geändert, Einbahnstraßen und verkehrsberuhigte Zonen geschaffen werden könnten.

Noch eiliger ist es den Kommunalpolitikern, die stark belastete Römerstraße nach der Abstufung zur Gemeindestraße zu beruhigen und für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen, sobald die Westumgehung freigegeben ist. Geplant sind hierbei zum Beispiel weitere Ampeln oder eine abknickende Vorfahrt beim Römerstein in die Münchener Straße nach Geisenbrunn. Es komme aber auch darauf an, jetzt ein leistungsfähiges Fachbüro zu finden, das ein übergeordnetes Mobilitätskonzept erstellt und auch moderiert, betonte Bürgermeister Manfred Walter (SPD) in der Sitzung.