Gilching:Unter Beobachtung

Starnberg: SBH Christian Winklmeier SPD, Bundestagskandidat

Bündnis-Sprecher Christian Winklmeier freut sich über den "Sieg der Vernunft", weil Gauting die Pläne für Gewerbeflächen im Naherholungsgebiet Unterbrunner Holz aufgegeben hat.

(Foto: Nila Thiel)

"Pro Bannwald" will Planungen für Gewerbegebiet kritisch begleiten

Das Aktionsbündnis "Pro Bannwald" aus Gilching ist erleichtert, dass das geplante "Gautinger Megaprojekt" eines Gewerbegebietes im Unterbrunner Holz von der Politik gestoppt worden ist. Man freue sich, dass die Vernunft gesiegt habe. Der deutliche und langjährige Protest von vielen Bürgern sei erfolgreich gewesen, und somit bleibe das bewaldete Naherholungsgebiet südlich von Gilching geschützt, erklärt Christian Winklmeier, Initiator und Sprecher des überparteilichen Bündnisses. Man fordere aber die Gemeinde Gauting auf, die Planungen für den Asto-Eco-Park im Unterbrunner Holz nicht nur zu stoppen, sondern zu "beerdigen" und zuzusichern, dass dessen Zerstörung langfristig vom Tisch ist.

Mit Blick auf die neuen Planungen für die etwa 15 Hektar großen Gewerbeflächen östlich des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen der Gemeinden Gauting, Gilching und Weßling ("Giga-WG") werde das Verfahren kritisch und konstruktiv begleitet - insbesondere die genaue Grenzziehung zwischen Wald und dem vorgesehenen Gewerbegebiet, wie es in einer Mitteilung des Bündnisses heißt. Es sei auch wichtig, gute Lösungen für die Mobilität zu finden, betont Winklmeier, der auch SPD-Vorsitzender und Gemeinderat in Gilching ist. Dazu gehöre der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs mit Öffnung des S-Bahnhofs Weichselbaum. Zudem gelte es, den Kreisverkehr zur Einfahrt ins Gewerbegebiet Süd auszubauen und die östlich des Flughafens gelegenen und teilweise zerstörten Waldflächen in direkter Umgebung ersatzweise aufzuforsten.

Außerdem fordert das Bündnis, im neuen Gewerbegebiet eine ausreichende Zahl von Krippen- und Kindergartenplätzen zu schaffen. Von der Nachbargemeinde Gauting wird verlangt, zur sonstigen Infrastruktur einen finanziellen Ausgleich zu leisten - zum Beispiel in punkto Wohnraum und Schulen. Denn die Folgen des geplanten Projektes "Giga-WG" dürften nicht der Gemeinde Gilching aufgehalst werden, warnt Winklmeier. Überdies sollte die Gilchinger Feuerwehr frühzeitig eingebunden und finanziell von Gauting zur Sicherung der Gewerbeflächen unterstützt werden. Es sei auch rechtzeitig zu klären, ob das Reservoir an Grundwasser ausreiche, um die gesamte Region nachhaltig zu versorgen, heißt es in der Mitteilung. Das Bündnis hoffe nun auf ein "konstruktives Miteinander", ohne die Fehler wie im Streit um das Unterbrunner Holz zu wiederholen.

© SZ vom 07.07.2021 / deu
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