Versuchter TrickbetrugFalscher Arzt fordert 120 000 Euro von Rentner aus Gilching

Das Gelände des Klinikums Großhadern, hier ein Archivbild, wollten unbekannte Betrüger offenbar nutzen, um einen 83-Jährigen Gilchinger abzuzocken.
Das Gelände des Klinikums Großhadern, hier ein Archivbild, wollten unbekannte Betrüger offenbar nutzen, um einen 83-Jährigen Gilchinger abzuzocken. Alessandra Schellnegger

Der Unbekannte erzählt dem Senior am Telefon, dass dessen Sohn eine teure Therapie benötige. Nur durch Glück fliegt der Schwindel auf.

Zuzahlungen bei ärztlicher Behandlung sind zwar nicht selten, was unbekannte Anrufer aber von einem Gilchinger Rentner forderten, war glatte Abzocke: Bei dem 83-Jährigen meldete sich am vergangenen Donnerstag ein angeblicher Oberarzt Dr. Koch vom Klinikum Großhadern und erzählte dem Senior, dass dessen Sohn schwer krank sei und nur durch ein 120 000 Euro teures Medikament gerettet werden könne.

Wie die Polizeiinspektion Gauting mitteilt, glaubte der 83-Jährige die Geschichte, und gab an, dass er zwar keine größere Bargeldsumme, dafür aber dafür Gold- und Silbermünzen besitze. Daraufhin legte der angebliche Oberarzt, der laut dem Zeugen schlecht Deutsch sprach, auf. Kurz darauf rief eine angebliche Frau Krause vom Klinikum zurück, sie sprach Hochdeutsch ohne Akzent. Von dieser erhielt der 83-Jährige den Auftrag, sofort zum Klinikum Großhadern in den ersten Stock zu einem bestimmten Zimmer zu kommen, in welchem sein Sohn liegen würde.

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Da der Senior von früheren Krankenhausbesuchen einen Nebeneingang kannte, betrat er über diesen die Klinik. Dort verlief er sich und wurde von einer echten Krankenpflegerin angesprochen, der er erzählte, weshalb er da sei. Die Schwester konnte einen Patienten mit dem Namen des Sohnes nicht finden, jedoch die Rufnummer der Schwiegertochter des Seniors ausfindig machen und diese auch erreichen. Dadurch flog der Schwindel auf, da sich der Sohn überhaupt nicht im Krankenhaus befand. Nur dem Umstand, dass sich der 83-Jährige verlaufen hatte, ist es zu verdanken, dass er nicht auf die Betrüger traf, sondern seine Gold- und Silbermünzen, die er in einer Tasche dabei hatte, wieder nach Hause mitnehmen konnte.

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