Süddeutsche Zeitung

Gilching:Rettung rund um die Uhr

Der BRK-Kreisverband erhält Zuschlag für eine neue Wache in Gilching. Damit soll die Einsatzstrategie verbessert werden

Von Christian Deussing, Gilching

Mit dem Bau eines seit sieben Jahren geplanten Rettungs- und Katastrophenschutzzentrums im Gewerbegebiet Gilching-Süd will das Bayerische Rote Kreuz (BRK) im Landkreis Starnberg seine Einsatzstrategie optimieren. "Wir schließen mit dieser vierten Wache eine Lücke", erklärt Jan Lang, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes, der eine entsprechende Ausschreibung des Rettungszweckverbandes jetzt für sich entscheiden konnte.

Ein Gutachten hatte zuvor aufgezeigt, dass sich dieser Standort sehr nah am einsatztaktisch optimalen Punkt befindet - mit Anbindung an die Lindauer Autobahn A 96 und in den Süden an der Umgehungsstraße. Denn innerhalb von zwölf Minuten müssten Krankenwagen am Unfallort eingetroffen sein und diese Zeitspanne entscheide laut BRK über Leben und Tod. Nun soll zunächst vom 1. April an auf einer Fläche von 150 Quadratmetern eine Fahrzeughalle in Leichtbauweise mit einem Container im Gewerbegebiet entstehen. Ein Rettungswagen werde dann rund um die Uhr zur Verfügung stehen, berichtet Lang.

Dies sei eine Interimslösung mit einer Erlaubnis von bis zu 24 Monaten. Es sei sehr schwierig gewesen, ein Grundstück dafür zu finden, so Lang. Für das spätere Rettungszentrum, das auch auf große Schadens- und Katastrophenfälle ausgerichtet ist, müssten aber noch die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Das geschehe in Abstimmung mit der Gemeinde Gilching, dem Starnberger Landratsamt und Privateigentümern, erläutert der BRK-Kreischef. Er dürfe daher die anvisierte Fläche im Gewerbegebiet Süd noch nicht genau benennen.

Nach Plänen des Roten Kreuzes soll auf dem etwa 950 Quadratmeter großen Areal ein größeres Gebäude errichtet werden, in dem auch Lager- und Lehrräume zur Verfügung stehen sollen. Die Kosten für das Bauprojekt würden sich auf 1,6 bis 1,8 Millionen Euro belaufen, sagt Lang. Er gehe davon aus, dass 80 Prozent der Investitionen für das neue Rettungszentrum gefördert würden. Dorthin wird auch die ehrenamtliche BRK-Bereitschaft Gilching ziehen, die noch in einer ehemaligen Bus- und Lkw-Halle an der Frühlingstraße untergebracht ist. Das gemeindliche Gebäude ist längst marode und soll zu einem späteren Zeitpunkt abgerissen werden.

Über den Gewinn der Ausschreibung freut sich auch Markus Knopp, Leiter des Rettungsdienstes des BRK Starnberg. Denn durch die neue Wache gebe es "noch zusätzliche Sicherheit für die Bürger im Landkreis", betont Knopp. Das sieht Gilchings Bürgermeister Manfred Walter (SPD) genauso. Die neue Wache und das spätere Rettungszentrum seien ein "deutliches Plus an Sicherheit für die Bevölkerung", sagt Walter.

Aber nicht nur in Gilching tut sich was im Rettungswesen. So kündigt der BRK-Kreisverband an, zum 1. April die Seefelder Rettungswache nach Herrsching zu verlegen, um im südwestlichen Landkreis die Einsatzstrategie und Aufteilung zu verbessern. Auch dort werde zunächst eine Wache mit Container eingerichtet, bevor ein endgültig passendes Grundstück gefunden sei, so Lang. Es seien große Herausforderungen für das BRK, das jährlich etwa 20 000 Einsätze im Fünfseenland verzeichnet.

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SZ vom 24.02.2021
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