Wirtschaftspreis Starnberg:Logistik-Ladies

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Bei Reichhart Logistik arbeiten entgegen des Vorurteils gegenüber der Branche viele Frauen. Auch Julia Lacher (links) und Franka Huster sind Mitarbeiterinnen der Logistikfirma. (Foto: Jana Islinger)

Die Frauenquote in der Führungsebene des Logistikunternehmens Reichhart liegt mit 45 Prozent über dem Branchendurchschnitt. Auch sonst nimmt das Unternehmen eine Sonderstellung ein. Jetzt ist es für den Wirtschaftspreis nominiert.

Von Patrizia Steipe, Gilching

Die Logistikbranche gilt gemeinhin als Männerdomäne. Dass es auch anders geht, zeigt der Gilchinger Logistikdienstleister Reichhart. Das Unternehmen wurde 1967 von Horst Reichhart als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Heute ist Geschäftsführer Alexander Reichhart für rund 1000 Mitarbeiter an 20 Standorten in Mitteleuropa zuständig. Der Hauptsitz befindet sich in Gilching. Bei der Suche nach kompetenten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen setzt das Unternehmen auf Gleichberechtigung. Das hat der Firma einen Platz auf der Kandidatenliste für den Starnberger Wirtschaftspreis eingetragen. Um Frauen für den Job im Transportbereich zu begeistern, hat die Firma beispielsweise die Kampagne "Ladies in Logistics" gestartet. Das sind nicht nur leere Worte: Die Frauenquote in der oberen Managementebene liegt mit 45 Prozent über dem Branchendurchschnitt.

Reichhart bietet seinen Beschäftigten flexible Lösungen, um Familie und Beruf zu vereinen. Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten des Arbeitsplatzes, Weiterbildungen und Teilzeitregelungen. "Wir möchten Frauen in der Logistik sowie in Führungspositionen fördern und aufzeigen, welche Chancen die männerdominierte Branche für alle Geschlechter zu bieten hat", sagt Geschäftsführer Alexander Reichhart. Das gilt für ausgebildete Logistikfachfrauen ebenso wie für Quereinsteigerinnen wie Silvia Jocher. Sie ist Standortleiterin bei Reichhart in Pliening. Ihr Grundsatz: Dem Team auf Augenhöhe und mit Freundlichkeit begegnen. Eine andere weibliche Führungskraft ist Stefanie Dorschner, administrative Fuhrparkleitung in Sulzbach-Rosenberg. "Sich ergänzen, statt gegeneinander zu arbeiten", ist ihre Devise. In Gesprächen mit den Kraftfahrern und Kraftfahrerinnen, die es bei Reichhart auch gibt, sind von ihr neben Einfühlungsvermögen oft auch kreative Verständigungswege und Flexibilität gefordert. Denn die Mitarbeitenden kommen aus vielen verschiedenen Nationen. Reichhart Logistik wurde übrigens in diesem Jahr auch für den Preis "Logistik ist weiblich" nominiert, der von der Logistik Initiative Bayern und vom Verkehrsministerium ausgelobt wurde.

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