Es passiert nicht oft, dass die Bundeswehr zivile Unternehmen in ihren Ausbildungsbetrieb integriert. Umso stolzer ist man beim Gilchinger Drohnenhersteller Quantum Systems. Das Unternehmen von Florian Seibel darf sich seit Kurzem als Ausbildungseinrichtung für unbemannte Luftfahrtsysteme bezeichnen. Quantum Systems ist dafür vom Luftfahrtbundesamt der Bundeswehr zertifiziert worden.
Somit bieten die Gilchinger in Zukunft für Angehörige der Streitkräfte unter anderem Aus- und Weiterbildungen an Drohnen an. Die Kurse sind zweistufig aufgebaut. Das bedeutet: Quantum Systems schult sowohl Neueinsteiger als auch erfahrene Drohnenpiloten. Dieses Modell ist in Deutschland bislang ein Novum. „Gemeinsam mit dem Luftfahrtamt der Bundeswehr setzt Quantum Systems neue Standards in der Ausbildung von Drohnenpiloten und Ausbildern“, erklärt Sven Kruck, Managing Director bei Quantum Systems. Man werde dadurch „schnell und ressourcenschonend das benötigte Personal zum Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen“ ausbilden.
Quantum Systems ist in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Drohnenhersteller in Europa aufgestiegen. Das Unternehmen liefert seine unbemannten Fluggeräte in die Ukraine. Dort werden sie vom Militär zu Aufklärungszwecken eingesetzt. In dem vom russischen Angriffskrieg gebeutelten Land unterhält Quantum Systems auch einige Fabriken, um vor Ort Flugkörper herzustellen.
In den kommenden zwei Jahren plant Quantum Systems, etwa sechs Millionen Euro für die Fertigung in der Ukraine bereitzustellen. Dies sei ein „Vertrauensbeweis in den Standort Ukraine“, erklärt das Unternehmen. Bewaffnete Drohnen stellt Quantum Systems nicht her. Dies sei die „rote Linie“, erklärte Firmenchef Seibel vergangenes Jahr im SZ-Interview.

