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Gilching:Kreis rettet die Flüchtlingsberatung

Sieben Mitarbeiter der Inneren Mission betreuen Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Starnberg. Sie bieten Beratung an, helfen, Konflikte zu bewältigen, unterstützen bei der beruflichen Integration, leisten ihren Beitrag, um den Weg in den Kindergarten oder die Schule oder zu einem Arbeitsplatz zu ebnen. Nachdem die evangelische Landeskirche und das Innenministerium ihre finanziellen Beiträge zu der Flüchtlings- und Integrationsberatung zurückfahren, springt nun der Landkreis Starnberg ein und stellt erhebliche Mittel bereit, um das Personal im bisherigen Umfang bezahlen zu können. Einstimmig hat der Kreisausschuss am Donnerstag beschlossen, im nächsten Jahr etwa 126 000 Euro beizusteuern und im Jahr darauf knapp 134 000 Euro. Damit ist ein Angebot weiterhin gesichert, das zwischenzeitlich in Frage stand.

Wie groß die Gefahr tatsächlich war, machte Sabine Neumann, die im Landratsamt für das Thema Asyl und Integration zuständig ist, vor der Abstimmung über einen Zuschussantrag der Inneren Mission deutlich: "Wenn keine Zustimmung erfolgt, würde sich die Innere Mission aus der Beratung zurückziehen."

In den 14 Unterkünften, die von der Regierung von Oberbayern betrieben werden, leben nach ihren Angaben derzeit etwa 1230 Asylbewerber. Die personelle Ausstattung für die Beratung sei jetzt schon knapp, mit nur vier Stellen, die die Landeskirche noch gefördert hätte, sei das "de facto kaum noch machbar", erklärte Landrat Stefan Frey in der Ausschusssitzung im Gilchinger Rathaus. Sein Appell: "Die Flüchtlinge kann man nicht sich selbst überlassen."

Die Zuschüsse des Kreises wurden einstimmig gebilligt, Albert Luppart von den Freien Wählern nannte es aber "eine Unverschämtheit", dass sich die Staatsregierung in dem Bereich zurückziehe und Kosten auf die Kommunen abwälze.

© SZ vom 13.11.2020 / rzl
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