Gilching Konzept mit Schönheitsfehler

Gilching-Argelsried: Lob für Ausbau, aber Kritik an schmaler Treppe

Mehr als zwei Jahrzehnte haben Gemeinde und Fahrgäste darauf gewartet, dass der Bahnhof Gilching-Argelsried barrierefrei ausgebaut und somit auch für Behinderte, Senioren und Müttern mit Kinderwagen ohne Probleme erreichbar ist. Nun hat die Bahn AG den Umbau bis 2018 zugesagt. Dabei werden auch drei Lifte installiert. Allerdings soll die Treppe nahe des Bahnhofgebäudes künftig nur noch 1,60 Meter breit sein. Von dieser für den Konzern gültigen Baunorm seien die Bahnvertreter bisher nicht abgewichen, berichtete Bürgermeister Manfred Walter (SPD) jetzt in der Gemeinderatssitzung.

Das Gremium kritisierte diese Vorgabe. Der Tenor lautete: Eine derartig schmale Treppe zum Bahnsteig sei viel zu "gefährlich und ein Wahnsinn". Thomas Reich (FW) sprach von einem "K.o.-Kriterium", andere Gemeinderäte von einem "Witz". Harald Schwab (CSU) verwies auf die besonders prekäre Situation morgens zwischen 6 und 8 Uhr, wenn viele Berufspendler und Schüler in die S-Bahnen einsteigen, die zudem noch fast zeitgleich einträfen. Bei so einer geplanten Treppenbreite müsse man "zwanzig Minuten früher los, um auf den Bahnsteig zu kommen", meinte Schwab verärgert. Zur Zeit nutzen knapp 4000 Fahrgäste täglich den Bahnhof Argelsried.

Die Gemeinde befindet sich jetzt in einer Zwickmühle, denn schon bis Ende Oktober muss sie dem Umbaukonzept der Bahn zustimmen - sonst ist der Zug abgefahren. Es wurde daher beschlossen, die vorgelegte Planung zum barrierefreien Ausbau "grundsätzlich zu begrüßen". Gleichzeitig werde aber die "völlig unzureichende Treppenbreite" abgelehnt.