Essen und Trinken im Landkreis StarnbergCasarecci di Geisenbrunn

Lesezeit: 2 Min.

Freuen sich auf die ersten Gäste Anfang Dezember (von links): Agim Kukaj und die Brüder Arif und Xhavit Morina.
Freuen sich auf die ersten Gäste Anfang Dezember (von links): Agim Kukaj und die Brüder Arif und Xhavit Morina. (Foto: Georgine Treybal)

Aus dem „Speisewerk“ wird das „Capra“: Xhavit und Arif Morina wollen ihre Gäste mit kreativer Küche verwöhnen. Bei der Sanierung des Traditionslokals haben viele freiwillige Helfer mitangepackt.

Von Christian Deussing, Gilching

Aus dem Gasthof „Speisewerk“ wird das Ristorante „Capra“: Nachdem vor zehn Monaten die Traditionsgaststätte an der Tonwerkstraße im Gilchinger Ortsteil Geisenbrunn von einem Pächterpaar aufgegeben worden war, hat das Brüderpaar Xhavit und Arif Morina, das aus dem Kosovo stammt, den Betrieb übernommen. Die Gaststätte wird voraussichtlich zum 1. Dezember wieder eröffnet.

Die beiden sind 55 und 50 Jahre alt, schon lange Zeit in Deutschland und seit 31 Jahren in der Gastronomie tätig. Derzeit führen sie das Restaurant „Pepe e Sale“ in München-Schwabing. Nun freuen sich die Brüder auf die Herausforderung in Geisenbrunn. Denn die Gaststätte, die sich im Eigentum der Gemeinde befindet, ist auch immer schon ein wichtiger Treffpunkt für Geisenbrunner Vereine gewesen. Der Saal hat Platz für 200 Besucher, zudem gibt es Kegelbahnen und einen Biergarten mit Kinderspielplatz.

Die neuen Wirte wollen eine feine und abwechslungsreiche Speisekarte mit gehobenen mediterranen Fisch- und Fleischgerichten anbieten. Zudem legt Küchenchef Arif, der auch von seinem Neffen Agim Kukaj am Herd unterstützt wird, großen Wert auf Casarecci-Gerichte und auf die kreative Interpretation der italienischen Küche, trotzdem soll aber die bayerische nicht zu kurz kommen. „Wir werden neue Akzente setzen, aber die Tradition des Ortes bewahren“, versichern die neuen Betreiber.

„Wir sind sehr froh, diese erfahrenen Gastronomen gefunden zu haben und sind guten Mutes“, sagt Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. Denn in den vergangenen Jahren kam es wegen Einbußen während der Pandemie und aus anderen Gründen häufiger zu Pächterwechseln. Nun hoffen aber Walter sowie Vize Martin Fink und Lothar Prommersberger vom Förderverein Geisenbrunn-Argelried wieder auf Kontinuität. Dafür wurden der Brandschutz im Obergeschoss erweitert und die Küche für insgesamt 400 000 Euro saniert. Wegen der komplett neuen Lüftungstechnik werde es auch keinen Ärger mehr mit den Geruchsemissionen geben, sagt Rathauschef Walter.

Dass die Sanierung für die Gemeinde nicht noch teurer geworden ist, verdankt sie laut Walter der Whatsapp-Gruppe namens „Bautrupp Freizeitheim“, der im Juni gegründet wurde und dem bereits nach zehn Tagen 39 handwerkliche Helfer beigetreten waren, um tüchtig und professionell anzupacken. Die Burschenschaft Geisenbrunn, die Feuerwehr und Schützen hatten seinerzeit nach einer Versammlung des Stopselvereins beschlossen, in der Gaststätte, die jahrzehntelang unter dem Namen „Freizeitheim“ fungierte, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen.

Gemeinde-Bauleiter Stefan Greis kümmert sich besonders um die neue Lüftungstechnik in der Küche des Gasthofs.
Gemeinde-Bauleiter Stefan Greis kümmert sich besonders um die neue Lüftungstechnik in der Küche des Gasthofs. (Foto: Georgine Treybal)

Die ehrenamtlichen Helfer bauten Tresen und Schränke ab, demontierten Wand- und Bodenfliesen und legten Lüftungsschächte frei. „Jeder kam, wie er Zeit hatte und half, wie er konnte“, freute sich damals Bernhard Vornehm, Vorsitzender des Stopselvereins. Von diesem Zusammenhalt und dem Engagement in der Dorfgemeinschaft zeigte sich auch der Bürgermeister beeindruckt und erklärte: „Es ist großartig zu sehen, wie alle Hand in Hand arbeiten, um dieses wichtige Projekt zu realisieren.“

Nun befinde man sich in der heißen Phase, sagt Stefan Greis, Bauleiter von der Gemeinde Gilching. Jetzt müssten vor allem noch die Fliesenleger Gas geben. Auch er ist angetan, dass viele Freiwillige mitgeholfen haben – vom Landwirt bis zum Steuerberater. „Ohne die hätten wir es zu diesen Kosten nicht geschafft“, berichtet Greis und lobt dabei auch die Helfer von den Vereinen, die sich freuen, bald wieder eine Heimat in Geisenbrunn zu haben. In der Tat, die Durststrecke ist dann vorbei.

Das Ristorante Capra, Tonwerkstraße 3, hat von Dienstag bis Sonntag von 11.30 bis 22 Uhr geöffnet, Montag ist Ruhetag.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Super-Recognizer bei der Polizei
:Der Mann, der kein Gesicht vergisst

Sogar in Menschenmassen wie auf dem Oktoberfest erkennen Spezialisten gesuchte Straftäter wieder: Seit 2018 werden in Deutschland Super-Recognizer wie Kriminalhauptkommissar Andreas H. für das Aufspüren von Kriminellen eingesetzt - mit Eignungstest auf der Wiesn.

SZ PlusVon Astrid Becker

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: