GilchingGegen Müllumladestation

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Nördlich der Lindauer Autobahn liegt der Standort für die geplante Müllumladestation.
Nördlich der Lindauer Autobahn liegt der Standort für die geplante Müllumladestation. Franz Xaver Fuchs

Gilchinger Grüne lehnen auch den neuen Standort ab

Von Christian Deussing, Gilching

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Das Abfallwirtschaftsunternehmen des Landkreises Starnberg (Awista) will eine Müllumladestation auf Weßlinger Flur an der Grenze zu Gilching bauern. Doch nun regt sich Widerstand. Denn die Gilchinger Grünen versuchen, das Projekt nördlich der Lindauer Autobahn zu verhindern. Sie fordern den Starnberger Kreistag auf, gegen eine zweite Umladestation neben der Remondis-Anlage zu stimmen und die betroffenen Flächen nicht aus dem Landschaftsschutzgebiet zu nehmen. Stattdessen sollten sich die Kreisräte für "Müllvermeidung und Landschaftsschutz" einsetzen und berücksichtigen, dass die Einwohner von Neugilching und St. Gilgen in der Nähe des Standorts bereits durch viel befahrene Straßen und zwei Asphaltmischanlagen mit Abgasen und Lärm belastet seien.

Der Gilchinger Grünen-Sprecher Peter Unger fordert den Gemeinderat dazu auf, entsprechend zu handeln. Denn sonst würde sich die Lage für die Anwohner noch verschärfen, warnt er. Bürgermeister Manfred Walter (SPD) unterstützt die Forderungen. Bei ihm würde man damit "offene Türen einrennen", und auch seine Verwaltung sehe das so, sagt Walter. Den Kreistag aufzufordern, gegen die Umladestation bei St. Gilgen zu stimmen und die Flächen im Landschaftsschutz zu belassen, sei allerdings eine "politische Entscheidung", betont Walter. Der Rathauschef wird von den Grünen zudem aufgerufen, sich gegen eine thermische Verwertung von Müll auf dem Gelände zu stellen. Es gelte, wachsam zu sein und "präventiv" gegen die mögliche Option von Müllverbrennungen vorzugehen.

Die Grünen verweisen darauf, dass die Entsorgungsfirma Remondis ihre Umladestation an der Lindauer Autobahn noch bis zum Jahr 2034 betreiben könne. Bis dahin läuft der Erbbaurechtsvertrag mit Remondis. In diesen 14 Jahren könnten jedoch Gesetze greifen, die vorschreiben, Müll zu vermeiden. Entsprechend würden sich die Abfallmengen reduzieren, glaubt Unger. Auch deshalb sollte der Landkreis auf den Bau der Müllumladestation verzichten und sich bei Übernahme der Remondis-Anlage in 14 Jahren an den "tatsächlich anfallenden Abfallmengen orientieren und die kommunale Umladestation exakt bedarfsgerecht einrichten und modernisieren", heißt es in dem Antrag.

Mit Umwelttagen, Ausstellungen und Broschüren zur Plastikvermeidung gebe es den Grünen zufolge die Chance, das Bewusstsein der Bevölkerung weiter zu schärfen und daraus "ökologischen sowie ökonomischen Nutzen" zu ziehen. Zum Beispiel könnten in einer Geschenkecke oder in einem Sozialkaufhaus kostenlos oder zu günstigen Preisen noch brauchbare Waren auf dem geplanten Wertstoffhof am neuen Gewerbegebiet Ost erworben werden.

© SZ vom 13.01.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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