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Gilching:Fachoberschule kann starten

Überraschende Wende nach Gespräch: Kultusminister genehmigt FOS/BOS in Gilching als Außenstelle von Fürstenfeldbruck.

wolfgang Prochaska

Erster Schultag am Tulpenfeld

Viele Schüler aus Starnberg besuchen die Fachoberschule in Fürstenfeldbruck. Foto.Ortwin Scheider

(Foto: FFB)

Das mit Spannung erwartete Gespräch zwischen dem Starnberger Landrat Karl Roth (CSU) und Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am gestrigen Mittwoch zum Thema Fachoberschule Gilching und zweites Gymnasium im westlichen Landkreis ist mit einer positiven Überraschung zu Ende gegangen: Schon in diesem Herbst kann die Fachoberschule in Gilching starten. Laut dem Starnberger Landrat wurde vereinbart, dass im Schuljahr 2013/14 diejenigen Schüler, die sich für einen Schulbesuch in den Ausbildungsrichtungen Wirtschaft und Sozialwesen in Gilching eingeschrieben haben, dort unterrichtet werden. "Das ist ein Erfolg für den Bildungsstandort Starnberg", meinte Roth anschließend. Er sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden und danke dem Minister für seine Entscheidung. "Damit können wir den Wunsch von mehr als 100 Schülerinnen und Schülern, die sich für einen Schulbesuch in Gilching eingeschrieben haben, erfüllen."

Insgesamt 150 Schüler aus dem Landkreis Starnberg hatten sich bei der Proeinschreibung Ende Februar für Gilching entschieden. Dies war allerdings dem Kulturministerium zu wenig. Es verweigerte deshalb die Aufnahme des Schulbetriebs, was nicht nur Roth ärgerte, sondern auch den Starnberger Kreistag. Auch ein erstes Gespräch mit Spaenle konnte den Minister nicht überzeugen. Erst im zweiten Anlauf lenkte der Minister ein.

Roth hatte zuvor seine Argumente nochmals überdacht. Wie es heißt, soll im Gespräch Spaenle selber angeboten haben, die überlastete FOS/BOS in Fürstenfeldbruck, die auch von vielen Schülern aus dem Landkreis Starnberg besucht wird, dahin gehend zu entlasten, indem Gilching sozusagen als schulische Außenstelle für Bruck fungiert. Diejenigen Schüler sollten dort unterrichtet werden, die sich bei der Probeeinschreibung für diesen Standort entschieden hätten. Ein semantischer Trick, der beiden Politikern das Gesicht wahrt, aber dennoch den Gilchingern hilft.

Die Planungen sehen laut Roth wie folgt aus: Der Unterricht in Gilching startet im kommenden September mit ausgelagerten Klassen der bestehenden Fachoberschule in Fürstenfeldbruck und deren Lehrer. Geplant sind vier 11. Klassen, zwei für die Ausbildungsrichtung Wirtschaft und zwei für Sozialwesen. Unterrichtet wird dann in den Schulcontainern, die bisher vom Gymnasium genutzt wurden und im September frei werden. Im kommenden Jahr soll dann eine weitere Probeeinschreibung mit erweitertem Angebot für die Bereiche Wirtschaft, Sozialwesen, Technik sowie Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnik erfolgen. Ziel sei die Neugründung und der Neubau einer eigenständigen FOS/BOS für den Landkreis Starnberg in Gilching, betonte Roth. Später soll mit einer 12. Klasse die Berufsoberschule starten.

© SZ vom 27.06.2013

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