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Gilching:Eine Tüte Hilfe

Initiiert haben die Tüten-Aktion zum "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" (v. li.) Sophie von Wiedersperg, Claudia Sroka, Willi Boneberger, Marion Brand, Cordula Trapp.

(Foto: Arlet Ulfers)

Gleichstellungsstelle und Bäckerei-Innung weisen mit Aktion auf das Thema Gewalt hin

Im Schnitt erlebt jede vierte Frau in Deutschland mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Beziehungspartner. Es gibt zahlreiche Hilfsangebote, Sorgentelefone, Beratungsstellen, Frauenhäuser - aber oft ist die Hemmschwelle hoch, sich Hilfe zu suchen. Dem wollen die Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg, Wilhelm Boneberger Obermeister der Bäckerei-Innung Starnberg, sowie Claudia Sroka und Cordula Trapp vom Verein "Frauen helfen Frauen" entgegenwirken. Und zwar nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, durch einen neuen Flyer mit allen nötigen Informationen zu Hilfe und Beratung, denn: "Inforegale sind geduldig", sagt Wiedersperg.

Sie organisieren nun schon zum zweiten Mal anlässlich des "Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen" am 25. November eine Woche, bei der auf eine andere Art und Weise auf die Hilfsangebote aufmerksam gemacht wird. In zirka 20 Bäckereifilialen im Landkreis Starnberg werden von nun an Semmeln und Leckereien in eine ganz besondere Tüte verpackt: In die Gewalt-kommt-nicht-in-die-Tüte-Tüte. Darauf sind alle wichtigen Anlaufstellen im Landkreis Starnberg vermerkt.

Der Vorteil an einer Tüte im Vergleich zu den herkömmlichen Flyern? "Mit der Tüte kommt die Hilfe in die Haushalte", erklärt Wiedersperg. Sie sitzt gemeinsam mit Boneberger im Jugendhilfeausschuss - und konnte das Projekt so "auf dem kurzen Dienstweg" anzetteln. Die Reaktionen auf die Aktion seien im vergangenen Jahr sehr positiv ausgefallen, sagt sie.

Auch das Bäckereipersonal sei informiert: Sie haben einen Brief bekommen, der ausdrücklich darauf hinweist, in jedem Fall die großen Anti-Gewalt-Tüten zu verwenden, auch wenn es nur eine Breze ist, die gekauft wird. Am 25. November wird zudem die Fahne "Frei leben - ohne Gewalt" vor dem Landratsamt und den Rathäusern gehisst - als Zeichen der Solidarität.