Gilching"Ein Unterschied wie Tag und Nacht"

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Bürgermeister Manfred Walter (re.) und Architekt Stefan Dinkel übergeben Alexander Härtlein von der Diakonie die Schlüssel fürs neue Kinderhaus.
Bürgermeister Manfred Walter (re.) und Architekt Stefan Dinkel übergeben Alexander Härtlein von der Diakonie die Schlüssel fürs neue Kinderhaus. (Foto: Franz X. Fuchs)

Die ersten Hortkinder können nächste Woche von den Containern an der Talhofstraße in die aufwendig sanierte alte Schule umziehen

Von Christian Deussing, Gilching

Das alte Schulhaus in Gilching- Argelsried ist in zwei Jahren saniert, umgebaut und in Holzbauweise zu einem barrierefreien Kinderhaus für vier Hort- und zwei Kindergartengruppen erweitert worden. Das Projekt hat 5,1 Millionen Euro gekostet. Die ersten Mädchen und Buben ziehen am 4. Oktober in das 116 Jahre alte Gebäude an der Münchener Straße ein, die Hortkinder folgen am 8. November nach den Herbstferien. Insgesamt 130 Kinder werden dann von 15 Pädagogen betreut.

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter übergab am Dienstag Alexander Härtlein, Vorstand bei der Diakonie Fürstenfeldbruck, den Schlüssel für die Kindertagesstätte, die auch über einen Garten mit Spielgeräten und einen multifunktionalen Basketballplatz mit weichem Boden verfügt.

Träger ist die Diakonie Oberbayern West, die den Hort "Bärenstark" in drei Gruppen an der Talhofstraße betreibt. Nun kann dieser Hort die Container neben dem Christoph-Probst-Gymnasium verlassen. Die Chance zum Umzug ergab sich, weil die Montessori-Schule das Areal an der Münchener Straße aus Platznot verlassen wollte. Ihr neues Gebäude hatte die Schule vor vier Jahren neben dem Abenteuerspielplatz bezogen. Danach entschied sich der Gemeinderat, das ortsbildprägende und historische Haus in Argelsried komplett zu sanieren und zu erhalten - und nicht abzureißen. Denn diese Option stand zur Debatte, weil ein Neubau womöglich weniger gekostet hätte und die Regierung von Oberbayern noch von dem Sanierungskonzept überzeugt werden musste.

Das Haus sei ein "Juwel mit Flair und zum Wohlfühlen geworden", sagte Bürgermeister Walter. Mit großer Freude ging er mit dem Architekten Stefan Dinkel und der Kita-Leiterin Carola Laubenstein durch das zweigeschossige Gebäude am Ortsrand mit Blick auf S-Bahn und Ackerflächen. Der Rathauschef staunte über effizient genutzte Räume im 560 Quadratmeter großen Altbau - und auch darüber, dass im Keller des um 60 Quadratmeter größeren Anbaus eine Fensterfront den Bewegungsraum mit Licht durchflutet.

Er sei sehr gespannt, wie die Kinder am kommenden Montag ihre neue Betreuungsstätte aufnehmen, sagt Planer Architekt Dinkel, der von Träger-Vorstand Härtlein sogar für die "schönen Brandschutztüren" gelobt wurde. Die etwa hundert Jahre alte knarzende Treppe im alten Gebäude konnte das Architekten-Team aber aus Sicherheitsgründen nicht erhalten.

Für Hausleiterin Laubenstein ist der Wechsel von den Containern zum neuen Areal an die Münchener Straße eine großartige Sache. "Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht", sagte sie. Die Kindern verfügten jetzt über Rückzugszimmer, in denen sie zum Beispiel auch einen Bauklotzturm immer höher bauen könnten, ohne aufräumen zu müssen. Und nebenan befinde sich ein Theaterzimmer mit Schminkspiegel.

Der Rathauschef ist froh, dass der Charme des alten, weiß gestrichenen Gebäudes erhalten geblieben sei. Denn mit dem Ort würden viele Gilchinger Erinnerungen verbinden. Zudem sei der Hort "Bärenstark" nun um eine Gruppe gewachsen und könne erstmals zwei Kindergartengruppen in Gilching anbieten, erklärte Walter.

© SZ vom 29.09.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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