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Gilching:Ein Toter im Liebesglück

Gilching Theater, Guichinga Dorfbühne

Markus Verrecchia in der Rolle des Thomas, Ulrike Rattay als Kuni und Helmut Bauer als Wastl (von links) bringen das Publikum zum Lachen.

(Foto: Georgine Treybal)

Guichinga Dorbühne zeigt ein gelungenes Verwirrspiel

Totgesagte leben länger, heißt es. Für Thomas Nothaas aber ist es bittere Realität, als er in der Zeitung für tot erklärt wird. Nach anfänglichem Schock ist die Falschmeldung für den Schuhmachermeister aber die Rettung, denn Tote müssen ihre Schulden nicht bezahlen und können auch nicht aus der Wohnung vertrieben werden. Thomas bleibt tot, damit er vermeintlich sorglos leben kann. Doch das Leben holt ihn ein: Um sein neues Liebesglück genießen zu können, muss er wieder lebendig werden. Thomas macht aber die Erfahrung, dass es gar nicht so leicht ist, ins Leben zurückzukehren, wenn man einmal für tot gehalten wird. Sowohl bei der Polizei als auch bei der Gemeinde hält man ihn für "komplett narrisch". Die rasante Komödie "Thomas auf der Himmelsleiter" von Maximilian Vitus wird derzeit von der "Guichinga Dorfbühne" aufgeführt. Bei der Premiere am Freitag boten die Spieler ein gelungenes Verwirrspiel voll Dynamik und Schnelligkeit.

Das Ensemble startete in die diesjährige Saison mit einigen Schwierigkeiten. Zwei Aktive mussten sich Operationen unterziehen und fielen zeitweise aus, so dass Helmut Bauer neben der Hauptrolle des Schustergesellen Wastl auch noch die Regie übernehmen musste. Die Komödie "Thomas auf der Himmelsleiter" wollte Bauer schon länger aufführen. Denn das Stück, das vor mehr als 50 Jahren geschrieben wurde, ist immer noch aktuell. Es handelt von Fake News, Wohnungsnot, bezahlbarem Wohnraum, Kündigung wegen Eigenbedarf und Nachwuchssorgen in Handwerksberufen. Das alles hat Bauer gereizt.

Zudem hat die Guichinger Dorfbühne nur zehn aktive Mitglieder. Die Auswahl geeigneter Stücke ist dadurch erheblich eingeschränkt. Zudem fehlt es an männlichen Spielern. Und junge Liebhaber, die in den meisten bayerischen Komödien nicht fehlen dürfen, gibt es schon gar nicht. Bei "Thomas und die Himmelsleiter" konnten die männlichen Rollen aber problemlos umgeschrieben werden: Aus dem Arzt wurde die Bezirksärztin (Christa Walter) und aus dem Wachtmeister die Polizistin (Theaterneuling Johanna Staller), ohne dass es der Dramaturgie geschadet hätte. Als Glücksgriff erwies sich die Besetzung des Bauern mit Andrea Fendt in der Rolle der resoluten Ochsenbäuerin. Als sie irrtümlich für geisteskrank gehalten wird, reißt sie das Publikum zu wahren Lachsalven hin. Das Liebespaar Tomas Nordhaas (Markus Verrecchia) und Regina Schönbichler (Karin Nußbaum) kam inzwischen verwitwet und um ein paar Jahrzehnte gealtert glaubwürdig rüber. Verrecchia ist normalerweise für den Bühnenbau zuständig. Mit der aufwendigen und lernintensiven Rolle des Thomas bewies er, dass er auch als Schauspieler souverän und glaubwürdig agiert. Um alle Figuren besetzen zu können, mussten die Spieler teilweise zwei Rollen übernehmen, wie beispielsweise Ralf Nußbaum als Filmproduzent Otto Jansen und Sanitäter. Bei den anderen Rollen machte es sich bezahlt, dass der Regisseur mit Ulrike Rattay (als Kuni) und Silvia Härtl (Zenzl) auf langjährige Spieler zurückgreifen konnte.

Die Komödie ist eine gelungene Mischung aus Situationskomik und Sprachwitz, ein Stück für nette Stunden, in denen man abschalten und lachen kann. Die Guichina Dorfbühne bietet Theater mit Vergnügen.

Weitere Aufführungen am 16. und 17. November sowie am 23. und 24. November (jeweils um 20 Uhr) im Oberen Wirt in Gilching. Kartenvorbestellung unter Telefon 0160/7209023.