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Bahnsteig in Gilching:Der Aufzug ist da, fährt aber noch nicht

Der Aufzug am S-Bahnhof in Argelsried wird noch technisch geprüft und soll laut Bahn am Mittwoch oder Donnerstag in Betrieb gehen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Fast 14 Monate nach dem Umbau soll der S-Bahnhof in Gilching-Argelsried wirklich barrierefrei werden.

Mit fast 14 Monaten Verspätung ist der Fahrstuhl auf dem S-Bahnhof Gilching-Argelsried eingebaut worden. Somit ist die Station nun weitgehend barrierefrei. Nach der technischen Abnahme könne der Aufzug am kommenden Mittwoch oder Donnerstag in Betrieb genommen werden, teilte am Freitag eine Bahnsprecherin mit. Die erhebliche Verzögerung des Einbaus begründete sie damit, dass es bei den Liftherstellern wegen der vielen Aufträge zu Lieferengpässen gekommen sei. Der Bahnhof war bereits bis Ende 2018 für 8,7 Millionen Euro barrierefrei ausgebaut worden.

Seitdem können Rollstuhlfahrer zwar eine 40 Meter lange Rampe nutzen, sitzen dann aber in der Unterführung in der Falle. Denn der Fahrstuhlschacht war bis vor kurzem mit Brettern vernagelt. Auch Mütter mit Kinderwagen, alte Menschen und Fahrgäste mit schwerem Gepäck waren betroffen, weil sie die steile Treppe zum Bahnsteig kaum bewältigen konnten. Die Gemeinde und der Seniorenbeirat verwiesen oft auf das Problem und diese "Zumutung" - wurden aber stets von der Bahn vertröstet, die die Situation jedoch ebenfalls bedauerte.

Lange Zeit habe man nach dem Ende des Umbaus auf diesen Aufzug gewartet, der zumindest die Nordostseite des Bahnhofs barrierefrei zugänglich mache, erklärt Martin Pilgram, Gemeinderat der Grünen in Gilching. Allerdings könne dies nur ein erster Schritt sein. Denn animiert durch diesen Umbau könnte ja auch die Bereitschaft der Grundeigentümer auf der Südostseite wachsen, "endlich die wenigen Quadratmeter zur Verfügung zu stellen, damit auch dort der Zugang ermöglicht wird", betont Pilgram. Ein zweiter Lift an dieser Seite am schmalen Herrschinger Weg konnte nicht installiert werden, weil dort Anlieger offenbar eine problematische Verkehrssituation befürchten und daher bislang nicht bereit gewesen sind, eine Fläche für einen zweiten Lift abzutreten.

Auch die Gemeinde Gauting hatte nach dem barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs im Ortsteil Stockdorf länger als ein Jahr auf den Einbau des Fahrstuhls warten müssen - nachdem der Umbau bereits feierlich eingeweiht worden war. Die Bahn hatte auch im Stockdorfer Fall das Lift-Problem stets mit Lieferengpässen des Aufzugherstellers begründet.

© SZ vom 08.02.2020
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