Amtsgericht Starnberg:"Wegen dir habe ich jetzt richtig Probleme"

Lesezeit: 1 min

Ein 54 Jahre alter Mann aus Seefeld wird zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt. Er soll einen andern Mann verbal bedroht haben, der zwei Jahre zuvor gegen ihn ausgesagt hatte.

Von Christian Deussing, Starnberg

Ein Mann aus Seefeld soll vor fünf Monaten einen 33-Jährigen in einer Gilchinger Hofeinfahrt mit den Worten bedroht haben: "Das nächste Mal schlage ich dich zusammen, wegen dir habe ich jetzt richtig Probleme." Der erschrockene Mann war kurz zuvor von dem Seefelder darauf angesprochen worden, ob ihm der abgestellte Porsche gehöre und ob er das Auto verkaufen wolle. Die beiden Männer hatten dabei offenbar eine gemeinsame Vorgeschichte: Zwei Jahre zuvor hatten sie schon einmal im Rahmen der Aufarbeitung eines Unfalls miteinander zu tun. Der bedrohte Mann hatte seinerzeit bei der Polizei als Zeuge gegen den Angeklagten ausgesagt.

Er habe die Drohungen ernst genommen, so der 33-Jährige

Der wegen anderer Delikte vorbestrafte selbständige Handwerker wurde jetzt vom Amtsgericht Starnberg wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Die Staatsanwältin hatte 4500 Euro gefordert, weil der 54-jährige Seefelder noch unter offener Bewährung gestanden habe. Der Seefelder soll im Mai dem 33-Jährigen nach dem zufälligen Wiedersehen auch gleich zweimal mit Schlägen gedroht haben. Das habe er ernstgenommen und habe deshalb bei der Polizei Anzeige erstattet, sagte der Zahntechniker im Prozess. Eine Beamtin sagte dazu, dass er auf der Wache verängstigt gewirkt habe.

Mit verschränkten Armen verfolgte der Angeklagte die Verhandlung und stritt die Vorwürfe gegen ihn ab. Er fühlte sich abermals ungerecht behandelt und verwies auf die Vorgeschichte, bei der er schon 800 Euro wegen angeblicher Unfallflucht habe zahlen müssen. Der Richter betonte indes, dass der jüngere Mann verbal bedroht worden sei, was auch in einer aufgeheizten Atmosphäre "unnötig wie ein Kropf" gewesen sei. Noch hat der Seefelder das Urteil nicht angenommen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema