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Geplanter Neubau:Ringen um Bahnunterführung

Bahnunterführung Königswiesen

Die enge Bahnunterführung bei Königswiesen soll auf neun Meter verbreitert werden.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Bürgerinitiative will Neubau in Königswiesen mit juristischen Mitteln verhindern

In einem Jahr soll ein langwieriger und aufwendiger Neubau der Bahnunterführung in Königswiesen beginnen. Während das Eisenbahn-Bundesamt dafür ein Planfeststellungsverfahren vorantreibt, um rechtliche Grundlagen zu schaffen, wehrt sich eine Bürgerinitiative weiterhin mit juristischen Mitteln dagegen. Die Kritiker aus Königswiesen rechnen nämlich mit langen Umwegen während der Bauzeit und befürchten, dass der Schwerlastverkehr zunimmt, wenn die Durchfahrt breiter und höher wird. Es würde "völlig genügen, die bestehende Überführung zu sanieren, wenn sie denn wirklich so marode wäre, ohne den geplanten Ausbau auf neun Meter Breite und 4,5 Meter Höhe", erklärt Dieter Appel von der Initiative "Gegenverkehr". Nun liegt ein zehnseitiges Schreiben der Münchner Kanzlei Labbé an die Regierung von Oberbayern vor, in dem der Rechtsanwalt Sebastian Heidorn eine Reihe von Einwendungen vorbringt.

Er zweifelt in seinem Schreiben an, dass ein Neubau nötig ist. Als Alternative kommt nach seiner Argumentation eher eine Sanierung in Betracht, allerdings ohne Erhöhung und Aufweitung. Dass eine Sanierung im Bestand möglich sei, zeige das Beispiel einer Brücke in Krailling. Dadurch könnten auch lange Umwege, Baulärm und Eingriffe in die Natur vermieden werden. Außerdem vermutet der Anwalt, dass sich die Kosten für das Projekt seit Beginn der Planungen erheblich verteuert hätten, sodass sich der Landkreis Starnberg, der finanziell an dem Millionenprojekt beteiligt ist, erneut mit den Ausgaben befassen müsste. Schließlich fordert Heidorn eine neue Verkehrsuntersuchung.

Die Gelegenheit, erneut Bedenken zu äußern, war durch Planänderungen entstanden, die wieder eine Anhörung zur Folge hatten. Nach den aktualisierten Entwürfen sind aufwendigere Stützkonstruktionen in dem abschüssigen Gelände am Ortseingang nötig. Außerdem müssen mehr Bäume als bisher vorgesehen gefällt werden. Die Arbeiten sind nun von September nächsten Jahres bis Juni 2022 geplant. Die künftigen Ausmaße entsprechen den Förderrichtlinien.

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