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Gemeinderat:Neues Raumprogramm

Bernried lässt Flächenbedarf für Schulerweiterung prüfen

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Bernried

Die geplante Erweiterung der Grundschule ist problematischer als zunächst angenommen. Das Raumprogramm aus dem Jahr 2014 kann nicht realisiert werden, daher will es die Gemeinde überarbeiten lassen. Der Gemeinderat hat nun das Bernrieder Architekturbüro Robert Beyer beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Schulleitung den Flächenbedarf zu eruieren. Der Auftrag soll stundenweise abgerechnet werden. Wie Beyers Ehefrau, die Architektin und ÜFW-Gemeinderätin Ingrid Klemm-Beyer betonte, kann die Gemeinde Kosten sparen, wenn es eine konkrete Bedarfsplanung gibt, bevor ein Planungsbüro mit dem Projekt beauftragt wird.

Zunächst war geplant, die nebeneinanderliegenden Gebäude mit Grundschule sowie Kindergarten und Feuerwehrhaus durch einen neuen Zwischenbau zu verbinden. Nach Angaben von Bürgermeister Josef Steigenberger hatte die Machbarkeitsstudie jedoch ergeben, dass es nicht möglich ist, alle Anforderungen auf dem Grundstück umzusetzen. Die Planer schlugen vor, die Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Das kam für die Gemeinde jedoch nicht in Frage, und es wurde ein Nutzungskonzept für alle gemeindeeigenen Gebäude erarbeitet. Teile des Kinderhauses wurden daraufhin in die alte Schule verlagert, sodass zumindest der Kindergarten nicht mehr erweitert werden muss. "Wir werden jetzt ein Kinderhaus 2 haben", sagte der Rathauschef. Er sei überzeugt davon, dass dadurch genügend Platz für die Schulerweiterung bleibt.

Laut Steigenberger hat es bei den Schülerzahlen zwar ein kurzes Hoch gegeben wegen der Flüchtlingskinder. Auch Gastkinder aus der psychosomatischen Abteilung der Klinik Höhenried müssten für einen bestimmten Zeitraum aufgenommen werden. In den kommenden sechs Jahren werde jedoch die derzeitige Anzahl von etwa 85 Schülern weitgehend gleichbleiben. Dennoch ist die Erweiterung dringend, weil sich der Raumbedarf geändert hat. Die bestehenden Klassenzimmer sind etwa 45 Quadratmeter groß. Nach den aktuellen Vorgaben müssen sie jetzt aber auf mehr als 70 Quadratmeter vergrößert werden. Um die Schule zukunftsfähig zu machen, muss zudem Platz für ein Nachmittagsbetreuungsangebot und eventuell sogar für eine Ganztagsschule geschaffen werden. Wie Steigenberger betonte, sind auch in Zukunft nur vier Regelklassen geplant mit einem Ersatz-Klassenzimmer sowie EDV- und Werkraum. Nur so könnten die Förderkriterien erfüllt werden, um Zuschüsse zu bekommen.

Robert Schiebel (CSU) bezweifelte ob ein Umbau die richtige Lösung ist. Seiner Erfahrung nach könnten die Kosten das Doppelte eines Neubaus erreichen. "Wir sollten uns mit einem Neubau auseinandersetzen", sagte er.

Bei der Beschlussfassung war nicht ersichtlich, ob Klemm-Beyer mit abgestimmt hatte. Auf Anfrage teilte sie mit, dass sie sich der Stimme enthalten habe. Ein Raumprogramm könne sie nicht ehrenamtlich erstellen, weil sie ihre Berufserfahrung bereits im Lenkungsausschuss Betreutes Wohnen einbringe. Deshalb sei ihr Ehemann damit beauftragt worden, die Grundlagen für den Schulumbau zu erarbeiten. "Ich sehe das nicht kritisch", sagte der Bürgermeister dazu. Mit Blick auf den sehr geringen Auftragsumfang von etwa 1000 Euro handle es sich für ihn nicht um eine Bevorzugung seiner Parteikollegin: "Es ging nicht darum, dass sie einen Auftrag bekommt, es geht nicht einmal ansatzweise um einen Wettbewerb." Im Sitzungsprotokoll ist die Stimmenthaltung Klemm-Beyers wegen persönlicher Beteiligung verzeichnet.

© SZ vom 19.03.2019
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