Sie halten Referate in 40 Sprachen, beantworten Kundenanfragen, arbeiten im Team und erleichtern die Arbeit im Büro so, dass der Rest quasi vom Bürohund erledigt werden könne. Bei der Verleihung des Wirtschaftspreises des Landkreises Starnberg 2025 im Gautinger Breitwand-Kino drehte sich alles um den „Zukunftstreiber KI – Künstliche Intelligenz in der Anwendung“. Bei den „verdammt guten Mitarbeitern“, so ein Unternehmer, handelte es sich allerdings um Avatare.
Die Videoclips, in denen sich die zehn Nominierten vorstellten, hatte KI erstellt. Gemütlich mit Popcorn und Softdrinks in Kinostühlen sitzend, sahen die Gäste, was KI alles kann: künstliche Referenten erschaffen, eine Comicfigur als Chatbot, ein Musikvideo über ein Unternehmen komponieren, digitale Mitarbeiter tanzen lassen oder ein Firmenporträt mit vielen Special Effects in Szene setzen.

Der Wirtschaftsförderung GWT Starnberg ging es bei ihrem Preis aber um mehr als um eine kurzweilige Präsentation. Die Jury wählte aus 40 Bewerbungen von Landkreisunternehmen aus. Dabei bewertete sie, ob in den Unternehmen die KI Mitarbeitende einbezieht, ob mit ihr klare Ziele verfolgt werden, ob es um Nachhaltigkeit, um Resilienz beziehungsweise die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens geht. Bei den zehn Nominierten im Kinosaal wuchs die Spannung im Verlauf des Abends. Erst zum Schluss nach allen Präsentationen wurde das Geheimnis gelüftet, wer das blaue Hirschgeweih aus Acryl in Empfang nehmen durfte.
Die beiden Preise in der Kategorie größere Unternehmen ab 50 Mitarbeitende überreichte Annette von Nordeck, Leiterin der GWT-Wirtschaftsförderung, mit Landrat Stefan Frey an die Vertreter von EOS aus Krailling und TQ-Systems aus Seefeld.

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EOS ist weltweit führend im industriellen 3D-Druck. KI sieht das Unternehmen als „Treiber für Zusammenarbeit und Innovation“. Es gibt ein eigenes KI-Kompetenzzentrum in der Firma und besonders KI-affine Mitarbeitende fungieren unter dem Begriff „KI-Champions“ als firmeninterne Multiplikatoren für diese Technologie. „So ist es gelungen, KI in allen Bereichen gut einzubinden“, lobte GWT-Chef Christoph Winkelkötter.
Zweiter Preisträger ist der Elektronikdienstleister TQ-Systems aus Seefeld. Dort liefert ein firmeneigenes KI-Sprachmodell in Sekundenschnelle Antworten aus Tausenden von Dokumenten. Eine KI-gestützte Produktionsplanung verkürzt Projektzeiten und erhöht die Auslastung. Auch bei Anfragen spart der virtuelle Assistent Bearbeitungszeit.
In der Kategorie bis 50 Mitarbeitende ging ein Preis an die Tourismusexperten aus Starnberg und einer an Vonjan Technology aus Inning. In der Starnberger Marketingagentur für Hotel- und Tourismusbetriebe übernimmt ein Chatbot, der als Comicfigur klar als künstlicher Mitarbeiter zu erkennen ist, die Kommunikation mit Kunden. Blogartikel, Social-Media-Posts, Bilder – alles liefert nun die KI sehr viel schneller. Das bringe eine Zeitersparnis von 40 Prozent.
Zweiter Preisträger ist Vonjan Technology. Das Unternehmen ist führender Anbieter hochpräziser Komponenten zur Integration in moderne Lasersysteme. Die Firma arbeitet mit digitalen Assistenten als vollwertigen Teammitgliedern. Sie haben sogar Namen und ein individuelles Profil. Entwickelt wurden sie intern von den Mitarbeitern selbst. Dank der Avatare können Recherche, Vertrieb und Kommunikation mit den Kunden effizienter bewältigt werden.
Trotz allem war bei keinem der Preisträger der Ersatz von menschlicher Arbeitskraft durch KI das Bestreben. Diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch alle Beiträge. Das Ziel sei vielmehr, Mitarbeiter zu unterstützen und ihnen dadurch mehr Zeit für ihre wesentlichen Aufgaben zu geben, fasste von Nordeck zusammen.

