Gauting und Stockdorf:Eine Zugspitzstraße zu viel

Ausschuss spricht sich mit großer Mehrheit für eine Umbenennung im Ortsteil aus

Von Michael Berzl, Gauting

Eine Zugspitzstraße gibt es sowohl in Gauting als auch in Stockdorf. In einem Notfall kann das Probleme geben, wenn ein Rettungsdienst oder die Feuerwehr möglichst schnell an der richtigen Adresse sein muss. "Wir haben schon Einsätze gehabt, wo die falsche Stelle angefahren wurde", berichtete Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (CSU) am Dienstag im Hauptausschuss. Die Zugspitzstraße in Stockdorf soll deshalb einen anderen Namen bekommen. Dafür hat sich der Ausschuss mit großer Mehrheit ausgesprochen. Der gesamte Gemeinderat befasst sich in seiner Sitzung am kommenden Dienstag mit dem Thema.

Die betroffenen Anwohner verfolgen die Debatte mit großem Interesse. Kössinger berichtete von einer großen Menge an Zuschriften vor der Ausschusssitzung, zu der ebenfalls mehr Zuhörer als sonst gekommen waren. Die Bürger werden auch im weiteren Verfahren beteiligt und per Postwurfsendung informiert; sie dürfen selbst Vorschläge einbringen, zusätzlich zu den vier Namen, die schon in der Diskussion sind: Nördliche Zugspitzstraße, Stockdorfer Zugspitzstraße, Wettersteinstraße und Osterseenstraße.

Bei der Abwägung, welche Straße umbenannt werden soll, war ausschlaggebend, wo weniger Personen davon betroffen sind. "Das ist geübte Praxis", sagte die Bürgermeisterin. In Gauting sind das ihren Angaben 199 Anwohner, in Stockdorf dagegen nur 58. Als Entgegenkommen verzichtet die Gemeinde auf die Gebühren bei der Umschreibung von Ausweispapieren oder einer Gewerbeanmeldung. An der Zugspitzstraße befindet sich auch die Grundschule, die dann ebenfalls eine neue Adresse bekäme.

Dass eine Umbenennung notwendig ist, war überwiegend Konsens im Ausschuss. "Das ist nichts, was man gerne macht, aber es muss sein", sagte Dritter Bürgermeister Markus Deschler (FDP). Nur der SPD-Gemeinderat Eberhard Brucker konnte diese Notwendigkeit nicht sehen. Die drei Gemeinderäte Brucker, Tobias McFadden (Piratenpartei) und Michael Vilgertshofer (CSU) stimmten gegen eine Umbenennung in Stockdorf. Schließlich sei das "für jeden einzelnen gleich nervig", argumentierte Vilgertshofer.

Ursprünglich war auch Wankstraße als neuer Name zur Debatte gestanden, doch das kommt nun nach einem Hinweis des Grünen-Gemeinderats Matthias Ilg nicht mehr in Frage, der auf die "ungute Konnotation" in der englischen Sprache aufmerksam machte. Der Name des Bergs bei Garmisch-Partenkirchen klingt englisch ausgesprochen wie eine derbe Bezeichnung für Selbstbefriedigung. "Damit würden wir bekannt auf Instagram", warnte Ilg. Allerdings gibt es auch schon viele Wankstraßen, darunter in Söcking, Wielenbach und Weilheim.

© SZ vom 15.07.2021
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