Gauting:Tee ohne Sabine

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Gauting: Elf Jahre lang hat die Kulturjournalistin Sabine Zaplin die Gesprächsreihe "Tee bei Sabine" im Bosco geleitet. Nun hört sie auf mit dem Talk und will ein neues Format erfinden.

Elf Jahre lang hat die Kulturjournalistin Sabine Zaplin die Gesprächsreihe "Tee bei Sabine" im Bosco geleitet. Nun hört sie auf mit dem Talk und will ein neues Format erfinden.

(Foto: Privat)

Moderatorin leitet am Sonntag zum letzten Mal den Talk im Bosco

Von Blanche Mamer, Gauting

Zum Gautinger Talk "Tee bei Sabine" an diesem Sonntag, 17 Uhr, in der Bar Rosso im Bosco sind Hubert Schneller und Axel Höpner vom Verein "Kultur in Unterbrunn" eingeladen. Laut Programmheft werden sie von der Entstehung der Reihe und ihren bisherigen Erfahrungen berichten. Was nicht angekündigt ist: Kulturjournalistin Sabine Zaplin wird zum letzten Mal die Gastgeberin sein. Den nächsten, für den 10. Mai angekündigten Talk mit dem Musiker Rüdiger Sinn moderiert schon die Gautinger Autorin Tanja Weber. Zum offiziellen Abschluss der Gesprächsreihe wird Zaplin im Oktober dann selbst Gast sein bei Hans-Georg Krause, dem langjährige Bosco-Chef und Mitinitiator der Reihe.

"Ich habe im Frühjahr 2009 mit den Gesprächen begonnen, das Zehnjährige haben wir verpasst. Die Reihe war sehr beliebt, doch nach rund 50 Interviews habe ich gemerkt, dass ich gern etwas Neues machen würde", sagt Sabine Zaplin. Sie sei jetzt in einer anderen Lebensphase, ihre beiden Kinder seien erwachsen, studieren beide in Berlin. "Ich bin nicht mehr an die Schulferien gebunden, kann reisen, spontan nach Berlin fahren", sagt die 55-Jährige. Zudem habe sie das Gefühl, dass sich bei den Gesprächen die Fragen wiederholen. "Ich möchte mich gern selbst überraschen und glaube, dass jetzt Zeit ist aufzuhören."

Das Format "Tee bei Sabine" war mehr als eine Plauderstunde am Sonntagnachmittag. Das Publikum erfuhr viel aus dem Leben der Gäste, ihren Vorstellungen und Überzeugungen. Und es waren nicht nur die renommierten und berühmten Musiker aus dem Würmtal wie Julia Fischer, Ingolf Turban, Lena Neudauer, Walter Erpf oder Ludwig Seuss, die Zuhörer in Scharen ins Bosco lockten, sondern auch Künstler und Menschen der Zeitgeschichte wie Max Mannheimer, Esthera Silber oder Altbürgermeister Ekkehard Knobloch und seine Frau Gabriele.

Die frühere SZ-Journalistin arbeitet auch weiterhin als Literaturkritikerin für den Bayerischen Rundfunk und wird die Filmgespräche im Breitwand-Kino weitermachen. Auch engagiert sie sich nach wie vor für Holocaust-Überlebende und übersetzt Zeitzeugenberichte wie die Erinnerungen von Solly Ganor, die demnächst herauskommen. Und sie bereitet ein neues Format fürs Kulturhaus Bosco vor. "Da sind wir gerade am Brainstormen", sagt Sabine Zaplin und lacht.

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