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Energie:Subvention für Elektroautos

Zwischenstop der eRUDA auf dem Kirchplatz

Ein Elektrofahrzeug wird mit Strom betankt. Gautinger, die sich so ein Auto zulegen, dürfen von 2016 an mit finanzieller Hilfe der Gemeinde rechnen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Gauting will Beitrag zur umweltschonenden Mobilität leisten. Insgesamt wird das Energiespar-Förderprogramm aber mangels Interesse gekürzt

Von Michael Berzl, Gauting

Mit Geld aus ihrem Energiespar-Förderprogramm unterstützt die Gemeinde Gauting künftig auch den Kauf von Elektroautos und Ladestationen. Für ein Neufahrzeug, das mit Strom betrieben wird, gibt es vom kommenden Jahr an 1000 Euro aus der kommunalen Kasse. Diese Neuerung hat der Umweltausschuss am Donnerstag einmütig beschlossen. Zugleich wird der Betrag, der insgesamt zur Verfügung steht, mangels Nachfrage deutlich reduziert.

Mit der neuen Förderung will die Gemeinde "einen aktiven Beitrag zur umweltschonenden Mobilität leisten", heißt es in den Richtlinien des Programms. Bezuschusst wird höchstens ein Auto pro Haushalt. Bisher seien im ganzen Landkreis Starnberg 128 Elektroautos gemeldet, sagte Wilhelm Rodrian, der im Rathaus für das Umweltmanagement zuständig ist.

Auch Elektrofahrräder und Elektroroller werden vom kommenden Jahr an subventioniert. Die Gemeinde übernimmt zehn Prozent der Kosten, höchstens aber 150 beziehungsweise 300 Euro. Wenn es wettbewerbsrechtlich zulässig ist, können auch Gewerbetreibende für Kleintransporter eine Unterstützung bekommen; doch das muss die Rathausverwaltung erst noch überprüfen.

Diese Ergänzung haben die Ausschussmitglieder einmütig und ohne große Debatte gebilligt, umstritten war aber die Reduzierung der Fördersumme. In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde in ihrem Haushalt 100 000 Euro eingeplant, um damit einen Anreiz zu schaffen, Häuser besser zu dämmen, Fenster auszutauschen oder eine effektivere Heizungsanlage einzubauen. Mittlerweile bleibt aber der Großteil der Summe übrig, weil zu wenige Hausbesitzer eine Förderung überhaupt beantragen. So werden heuer nur noch knapp 30 000 Euro ausbezahlt, berichtete Rodrian. Nach seinen Angaben sind Anträge von 35 Haushalten eingegangen; das reichte vom Austausch von zwei Fenstern bis zur Sanierung eines ganzen Hauses.

Das Interesse an einer Förderung geht seit drei Jahren zurück. Anfangs wurden noch 80 bis 130 Anträge pro Jahr gestellt; so wenige wie heuer waren es aber noch nie. Nun zieht die Gemeinde Konsequenzen und halbiert die Fördersumme, die im Haushalt eingeplant wird. Das hat der Umweltausschuss mit großer Mehrheit, aber unter Protest aus den Reihen von Grünen und SPD beschlossen. "Die Außenwirkung ist verheerend", findet Jens Rindermann (Grüne). SPD-Fraktionssprecherin Julia Ney forderte, die 50 000 Euro, die gestrichen werden, "nicht verschwinden zu lassen", sondern beispielsweise für Sanierungen in Gebäuden der Gemeinde zu investieren und verwies auf den Vortrag der Klimaschutzreferentin des Landkreises zum Auftakt der Sitzung.

Doch Bürgermeisterin Brigitte Kössinger kündigte an, dass diese Kürzung nicht die letzte gewesen sein wird. Der Gemeinde, die durch die steigende Umlage an den Landkreis besonders stark belastet wird, stehen offenbar finanziell schwierige Zeiten bevor. "Wir werden den Gürtel sehr eng schnallen müssen. Wir werden noch viel Spaß in den Haushaltsberatungen haben", sagte Kössinger.

© SZ vom 05.12.2015

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