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Artenschutz:Das ist kein Schutthaufen, sondern ein Neubau für Eidechsen und Igel

Einweihung eines Insektenhotels

Ist der Steinhaufen erst einmal mit Höhlen und Röhren versehen, soll er Kleintieren Unterschlupf bieten. Das hoffen (v. li.) Max Vogt vom Bund Naturschutz, Bauhofleiter Johannes Roth und Bürgermeisterin Brigitte Kössinger. Bei der Vorstellung des Projekts ist auch Hund Rudi dabei.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Amphibien, Reptilien, Insekten und andere Kleintiere finden in den Steinen eine neue Bleibe. Die Idee stammt vom Gautinger Bauhofleiter.

Was soll das denn? Wird das etwa ein neuer Lagerplatz? Das dürften sich Spaziergänger und Anwohner gefragt haben, als sie den großen Steinhaufen auf der Wiese zwischen ihren Häusern und dem Waldrand entdeckten. Um es gleich zu sagen: Ein Lagerplatz für Bauschutt ist hier nicht geplant. Eher schon ein "hochverdichtetes Neubaugebiet", schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Allerdings ist es nicht für die Gautinger Bürger gedacht, sondern für die tierischen Bewohner der Gemeinde - für Amphibien, Reptilien und andere Kleintiere.

Die Idee für das tierische Wohnprojekt nahe des Penny-Markts stammt von Bauhofleiter Johannes Roth. Von anderen gemeinsamen Aktionen mit den örtlichen Naturschützern wusste er, dass sich mit großen Feldsteinen Sinnvolleres anfangen lässt, als diese teuer zu entsorgen. "Ich versuche nachhaltig zu wirtschaften", sagt er.

Roth wandte sich daher an Max Vogt vom Bund Naturschutz. Gemeinsam suchten sie nach einem günstigen Standort für den Steinhaufen, in dem wärmeliebende Tiere wie Eidechsen, Mauswiesel, Haselmäuse und Igel ebenso Unterschlupf finden sollen wie Käfer, Spinnen und Kröten. Die Wiese, die den beiden geeignet erschien, liegt in unmittelbarer Nähe zu einem lockeren Mischwald, wird ausreichend von der Sonne beschienen und gehört obendrein der Gemeinde. Dort luden die Bauhofmitarbeiter die großen Feldsteine ab, die sie zuvor bei Wegearbeiten im Buchendorfer Gemeindewald aussortiert hatten. Der Steinhaufen ist zirka drei mal drei Meter groß und gut einen Meter hoch.

Für den Bauhof ist die Arbeit damit getan. Für Max Vogt und die Mitarbeiter des Bunds Naturschutz fängt sie erst an: Denn sie beginnen jetzt, die Steine so aufzuschichten, dass zwischen ihnen Hohlräume entstehen. Dazu bauen sie Platten, Tonröhren und Niststeine ein. Je mehr Höhlen und Zwischenräume so entstehen, desto größer ist die Chance, dass das Wohnprojekt angenommen wird.

Für Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger sind auch die kleinen Aktionen wichtig, mit denen die Gemeinde zum Artenschutz beitragen kann. Kössinger verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Magerwiese auf dem Kreisel am Penny-Markt und auf das Insektenhotel am Straßenrand.

Übrigens: Damit niemand auf die Idee kommt, mit den Steinen sein Blumenbeet im heimischen Vorgarten einzufrieden, will Verwaltungsmitarbeiter Fred Rauscher eine Tafel anfertigen, auf der das tierische Wohnprojekt eingehend erklärt wird.