Gauting:Rettende Insel

Lesezeit: 1 min

Gautinger Insel

Die Zwei von der Insel: Martina Ottmar (links) leitet die Beratungsstelle, Andrea Flotzinger übernimmt Verwaltungsarbeiten. Eine weitere Kollegin wird gerade gesucht.

(Foto: Gemeinde Gauting)

Immer mehr Menschen in Notlagen wenden sich an die Anlaufstelle

Von Michael Berzl, Gauting

Ein Wasserschaden im Haus oder drohende Obdachlosigkeit, familiäre Probleme oder eine psychische Erkrankung: In allen möglichen Notlagen bieten die Mitarbeiterinnen der Gautinger Insel Rat und Hilfe an. Diese zentrale Anlaufstelle entwickelt sich seit Jahren zum Tausendsassa für Menschen, die Unterstützung brauchen. Und die Nachfrage wächst ständig, berichtete die Leiterin Martina Othmar dem Gemeinderat. Fast 1700 Fälle in einem Jahr zählt mittlerweile die neueste Statistik. Das sind durchschnittlich fast sieben Gespräche pro Tag; manche dauern nur ein paar Minuten, manche mehr als eine Stunde. Vor allem Senioren nutzen das Angebot, viele, die zu einer Beratung kommen, sind über 80 Jahre alt.

Die Bandbreite der Anliegen ist groß, an oberster Stelle stehen in der Aufstellung für das vergangene Jahr Behördenangelegenheiten. Gerade im ersten Corona-Jahr sei Hilfe beim Umgang mit verschiedenen Ämtern noch mehr in den Vordergrund getreten, berichtete Ottmar, die auch Inklusionsbeauftragte der Gemeinde ist. Oft sei es darum gegangen, Anträge zu stellen.

Zum Angebot der Gautinger Insel gehören außerdem Expertengespräche, die auch in diesem Jahr regelmäßig stattgefunden haben. Mittwochs zum Beispiel kommt die Sozialpädagogin Josefine Sostak von der Fachstelle für pflegende Angehörige der Caritas nach Gauting, um bei Anträgen zum Pflegegrad zu helfen, über den Umgang mit Demenz zu informieren oder psychosoziale Beratung anzubieten. Einmal im Monat am Dienstag können Frauen Rat suchen, die von häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen sind. Migrationsberatung seht montags auf dem Terminplan, außerdem gibt es Beratungstermine zur Patientenverfügung sowie Vorsorge bei Alter und Krankheit.

Die Räume in einem kleinen Haus an der Grubmühlerfeldstraße werden auf Anfrage auch manchmal an gemeinnützige Einrichtungen vergeben. Die Diakonie zum Beispiel veranstaltet dort ein Frühstück für psychisch kranke Menschen.

Gerade stehen personelle Änderungen in der Gautinger Insel an. Leiterin Ottmar und ihre Mitarbeiterin Andra Flotzinger erhalten Verstärkung. Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende Mai. Inga Schauder, die von der ersten Stunde an diese Vermittlungsstelle geleitet hatte, ist im März gegangen.

Urlaubsbedingt ist die Gautinger Insel in der kommenden Woche geschlossen. Nach den Pfingstferien ist die Beratungsstelle wieder zu erreichen unter der Telefonnummer 089/45208677.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema